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Gedichte

Felix Dahn: Gedichte - Kapitel 277
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorFelix (und Therese) Dahn
year1892
publisherBreitkopf & Haertel
addressLeipzig
titleGedichte
pagesIII-XII
created20050922
sendergerd.bouillon
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Wald-Weiher.

          Ich weiß einen kleinen Weiher
    Verborgen in Waldesdicht:
Am Ufer der Silberreiher
    Erglänzt im Sonnenlicht.

Des Waldes würz'gen Brodem
    Seh' ich über den Spiegel flieh'n,
Und unter seinem Odem
    Viel Wasserringe zieh'n

Die Buchen rauschen und ragen,
    Die Lichtung füllt Himmelsblau,
Ein Flüstern geht und Fragen:
    's ist eine seltsame Schau!

Wir fuhren des Wegs im Walde:
    – Die Räder knarrten im Sand –
Da sah'n wir den Weiher, die Halde,
    Und hielten wie gebannt.

Grad' an der heimlichsten Stelle,
    Wo Schilf im Ufersand nickt,
Ein Schimmern rings, eine Helle: –
    Und im Busch hat's leise geknickt.

Was hielten die dichten Farren
    Im thauigen Grase versteckt?
Hatt' wohl der Räder Knarren
    Ein Nixlein aufgeschreckt?

Die Rößlein stampften und scharrten,
    Dann ging's im Trabe dahin, –
Nur meine Augen starrten
    Noch lang' auf den Weiher hin: –

Da hub sich mit Grüßen und Winken
    Ein Arm aus der Fluthen Blau,
Einen Leib sah ich steigen und sinken:
    Ja, es war die Wasserfrau.

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