Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Felix Dahn >

Gedichte

Felix Dahn: Gedichte - Kapitel 264
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorFelix (und Therese) Dahn
year1892
publisherBreitkopf & Haertel
addressLeipzig
titleGedichte
pagesIII-XII
created20050922
sendergerd.bouillon
Schließen

Navigation:

Rothkelchens Lieder.

          Rothkelchen ruft man mich,
    Meine Flüglein schwing' ich leise,
Ich sing' eine süße Weise
    Und singe sie nur für Dich.
Roth ist mein Kelchen,
    Schön braun mein Gefieder,
Ich hab' ein scheu' Seelchen
    Und sing' scheue Lieder.
Ich fand zwei Veilchen blüh'n,
    Von Thränen naß, –
Ich sah zwei Herzen glüh'n,
    Weißt Du, von was?
Zu Wald bin ich geflogen,
    Als dort ein Mägdlein schritt,
Ein Mann sprang ihr entgegen –
    Mich sah'n sie Beide nit.

Er fing sie an den Händen
    Und zog sie an die Brust:
»Nun muß ich Dich verlassen!« –
    O bittre Scheidenslust!

Er küßte die rothen Lippen,
    Er nannte sie all' sein Glück
Und hielt sie noch lange, lange: –
    Dann huschte das Kind zurück.

Er aber stand und spähte
    Ihr traurig nach – und stand,
Bis fern im Abendschimmer
    Die lichte Gestalt verschwand.

O weh! du sehr verlaßner,
    Einsamer, armer Mann! –
Wie schreitest Du nun so traurig
    Und langsam durch den Tann!

 << Kapitel 263  Kapitel 265 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.