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Gedichte

Felix Dahn: Gedichte - Kapitel 225
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorFelix (und Therese) Dahn
year1892
publisherBreitkopf & Haertel
addressLeipzig
titleGedichte
pagesIII-XII
created20050922
sendergerd.bouillon
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Waldrast.

        Die die Sonne lacht, wie die Finken schlagen!
    Da kommt mir's wieder aus fernen Tagen
Voll scheuen Sehnens in Seel' und Sinn
    Und zieht mich in duftige Waldnacht hin:
Durch Tannen und Erlen auf schmalen Stegen,
    Unter Eichen schreit' ich auf Wurzelwegen;
Stets tiefer hinein, weitab vom Pfad,
    Dort steht eine Linde breit und grad,
Des Blätterdaches schirmend Rund
    Tief niederhängend auf den Grund. –
Ach, sie gemahnt mich sel'ger Stund:
    Hier rings umher, verstreut im Kreis,
Einst lagen Blüthen schneeig weiß:
    So wie auf Pfellel-Decken reich
Saßen wir da auf Blüthen weich;
    Hoch aus den Zweigen rieselnd quoll
Grasmückleins Sang, und fernher scholl
    Durch unser Flüstern, unser Fragen,
Des Kukuks Ruf und Finkenschlagen. –
    Halt an, mein Fuß: – hier endet der Pfad,
Dort ragt die Linde breit und grad,
    Die Blüthen duften, laut schlagen die Finken;
Hier will ich mit meinem Schmerz versinken
    In Waldgrün und in Sonnenschein:
Denn er ist fern und ich bin allein.
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