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Gedichte

Felix Dahn: Gedichte - Kapitel 18
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorFelix (und Therese) Dahn
year1892
publisherBreitkopf & Haertel
addressLeipzig
titleGedichte
pagesIII-XII
created20050922
sendergerd.bouillon
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Der König in Norge.

        War einst ein König in Norge,
    Der hat einen tiefen Gram:
Der sank ihm über die Augen,
    So oft der Abend kam.

Am Tag pflag er des Rathes,
    Des Reiches und des Rechts
Und waltete treu der Sorgen
    Des Friedens und Gefechts.

Doch, wann in Abendwolken
    In's Meer die Sonne sank, –
Dann ward ihm trüb das Auge,
    Dann ward das Herz ihm krank

Denn einst in Abendwolken
    War ihm das Weib entschwebt,
Schwanflügelig, mit Rauschen,
    Das kurz bei ihm gelebt.

»Fahr wohl!« rief sie hernieder,
    »Die Heimat zieht mich an!
Uns Himmlische zu halten
    Vermag kein Erden-Mann.«

Es trug seither der König,
    Der arme, tiefen Gram,
Der zog ihm über die Angen,
    So oft der Abend kam.

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