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Gedichte

Felix Dahn: Gedichte - Kapitel 178
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorFelix (und Therese) Dahn
year1892
publisherBreitkopf & Haertel
addressLeipzig
titleGedichte
pagesIII-XII
created20050922
sendergerd.bouillon
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Treue und nicht Reue!

        Schufst Du ein Werk, weil's schaffen Du gemußt,
Weil's also brach aus Deiner tiefsten Brust
Wie aus dem Fels der Quell: und woll'n die Leute
Mit ihrem klugen Warnen und Gedeute
Dich drängen, daß Du's änderst nach der Mode,
Weil's leichter, mehr gefällig und commode, –
O habe Deines Werkes keine Reu'
Und wanke nicht: bleib' treu! –

Und fandst Du eine Wahrheit, herb und kühn,
Und woll'n die klugen Leute nun sich müh'n,
Daß Du sie hübsch verschweigest, weil gefährlich –
– Denn auch behutsam seist Du ja noch ehrlich –
O habe Deiner Wahrheit keine Reu',
Verschweig sie nicht: – sei treu!

Und hast ein Menschenbild Du lieb gewonnen,
Und war's ein Wahn und ist in Weh zerronnen,
Erwies statt stark und groß sich's schwach und klein –
Sag' nie zu Deinem lieben Traume: »Nein!«
Altar und Kranz sollst Du ihm nicht vernichten:
O fluch' ihm nicht! Du fluchst dem eignen Dichten!
Und habe Deiner Liebe keine Reu':
Bleib' Deinem Traum und Deiner Trauer treu! –

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