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Gedichte

Felix Dahn: Gedichte - Kapitel 140
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorFelix (und Therese) Dahn
year1892
publisherBreitkopf & Haertel
addressLeipzig
titleGedichte
pagesIII-XII
created20050922
sendergerd.bouillon
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Weihnachtlied.

            Nun ist die liebe Weihnachtzeit
    Mit ihren Wundern kommen:
Durch alles deutsche Land ist weit
    Ein heller Glanz erglommen:
Das ist der Glanz vom Weihnachtbaum,
Im Schnee ein Sommersonnen-Traum,
Der Kindheit sel'ger Wonnen-Traum: –
    Nie sei er uns genommen! –

Die Kindheit flieht, die Jugend flieht:
    Der Weihnacht-Traum soll dauern.
Wie süß er Mannesbrust durchzieht
    Mit tannenduft'gen Schauern!
Es schmückt den Baum in fernem Land
Des Kriegers waffenmüde Hand:
Wie hat er doch so hell gebrannt,
    Paris, vor deinen Mauern!

Denn was die Weihnacht wahrhaft weiht,
    Ihr Mädchen und ihr Knaben,
Ist nicht die bunte Herrlichkeit
    Der hochgehäuften Gaben:
Das ist die Reinheit, kindlich-wahr,
Der Gier, des Neids, der Lüge bar,
Die sich an Lichtglanz, still und klar,
    Als höchstem Glück kann laben.

Solch reiner Sinn – er bleib' uns treu
    Auf allen Lebensbahnen:
Dann wird uns rühren immer neu
    Der Weihnacht heh'res Ahnen:
Dann wird der Glanz vom Weihnachtbaum
Nicht nur ein flücht'ger Wonnentraum,
Im Alters-Schnee ein Sonnentraum
    Uns sel'ger Jugend mahnen.

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