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Gedichte

Felix Dahn: Gedichte - Kapitel 134
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorFelix (und Therese) Dahn
year1892
publisherBreitkopf & Haertel
addressLeipzig
titleGedichte
pagesIII-XII
created20050922
sendergerd.bouillon
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Odhin's Rath.

          Die Sterne wollten sinken,
Fahl glomm im Ost der Tag;
Die Edda mir zur Linken,
Zur Rechten Saxo lag.

Ich hatte viele Tage
Studirt und Nächte fort;
Das Denken wuchs zur Plage,
Zum Wirrsal wuchs das Wort.

»Ich suche schon Jahrzehnte
Der Weisheit letztes Wort, –
Schöpf', Odhin, das Ersehnte
Mir selbst aus Deinem Hort!

Du sollst mir offenbaren,
Ur-Grund-Germanen-Geist,
Was schien im Weltdurchfahren
Dir schön, süß, stark zumeist?

Der Weisheit und der Tugend
Das allerletzte Wort,
Die liebe deutsche Jugend,
Wie lehr' ich sie's hinfort?

Sag' mir's! Dir bin ich eigen!
Dir hab' ich stets geglaubt!« –
Da schwebte Traum und Schweigen
Mir ahnungsschwer um's Haupt.

Den hohen, wanderfährtigen,
Im Mantel und im Hut.
Ich sah den Gott, den bärtigen,
– Wie kannt' ich ihn so gut! –

»Besondres Wohlgefallen«
– Raunt' er – »trag' ich Dir lang',
D'rum lehr' ich Dich vor Allen,
Was ich aus Runen rang.

Das Schönste sind die Frauen,
Das Süßeste der Wein,
Das Stärkste bleibt das Hauen: –
Fest haltet an den Drei'n!«

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