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Gedichte

Felix Dahn: Gedichte - Kapitel 109
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorFelix (und Therese) Dahn
year1892
publisherBreitkopf & Haertel
addressLeipzig
titleGedichte
pagesIII-XII
created20050922
sendergerd.bouillon
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An Frau Margarethe.

Trinkspruch aus dem Stegreif mit vorgeschriebenem Allein-Reim.

        Wer sich nicht ergetzen thäte
Auf der wunderfeinen Fête
Bei der schönen Margarethe, – –
Wär' er Freier oder Läte,
War' er Gothe oder Gete,
Skythe oder Massagete,
Ob als Sänger hoch er krähte,
Ob er fromm zu Mekka flehte,
Ob in christlichem Gebete,
Büßend, ein Anachorete,
Ob als Tänzer flink sich drehte,
Schritt er stolz im Heer-gewäte, –
Ob im Rang geheimer Räthe
Er auch noch so stolz sich blähte,
Hoch im Nacken trüg' die »Tête«
Als des Glaubens ein Prophete, –
Ob die Wüste braun ihn bähte,
Ob ihn Nordpolsturm umwehte, –
Äß' er täglich auch Lamprete,
Wär's ein Mädchen, das da nähte
Mit dem weiblichen Geräthe,
Hieß es Käthchen oder Käthe: – – –
Das wär' eine große »Bête«! –

Denn warum? Frau Margarethe,
Voller Frauenzier und Stäte, –
Sie ist selber eine Fête,
Bei der jeder früh und späte,
Immer gern zu Gast sich bäte! –

Ob ich nun nicht besser thäte,
Wenn ich Alles niedermähte,
Was in diese Blumenbeete
Vieler Verse hier ich säte,
Wie bei Unkraut-Ausgejähte?

Aber nein! Nun ist's zu späte!
Fertig ist die Reim-Pastete.
Birgt nicht Eines Falschreims Gräte.
Und mit schmetternder Trompete
Ruf' ich: Heil Frau Margarethe!

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