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Gedichte

: Gedichte - Kapitel 286
Quellenangabe
titleGedichte
authorHelmut Wördemann
modified20170815
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Der rebellische Bleistift

Es war einmal ein Bleistift, der war schön bunt und lang. Er bestand aus hartem Holz, aber weicher Graphitmine. Man konnte ihn auch zum Spielen benutzen, vor allem wenn man nervös war, und auch als Zeiger eignete er sich. Aber der Bleistift war gar nicht zufrieden, mochte er auch noch so nützlich sein.

»Die nutzen mich nur aus,« sagte er sich, »ich nehme immer mehr ab, und wenn ich auch nicht dünner werde, so werde ich doch kürzer. Eines Tages bin ich nur noch ein erbärmlicher Stummel und dann? Nein, darauf lasse ich es nicht ankommen, ich streike.«

Also drehte er sich beim Schreiben so widerspenstig in der Hand des Menschen, daß ihm dauernd die Spitze abbrach. Nun, der Mensch ärgerte sich, hatte aber ja einen Anspitzer und damit zog er dem Graphit gleichsam das Fell über die Ohren, was den Bleistift noch schneller abnutzte.

Da stöhnte dieser gequält auf: »Ich werde umgebracht. Stück für Stück schneidet der Mensch mir vom Leibe, wenn ich jetzt nichts unternehme, bin ich bald ganz erledigt.« Und er stach zu, sobald der Mensch mit dem Anspitzen fertig war.

Der aber fühlte sich angegriffen und wehrte sich ebenfalls: »Du verdammtes Miststück!« schrie er. »Da! Da! Da!« Bei jedem »Da!« brach er den rebellischen Bleistift und seine Hälften mitten durch, so daß dieser zwar hinterher aus vier Stücken bestand, aber nicht mehr zu gebrauchen war.

 


 

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