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Gedichte

: Gedichte - Kapitel 284
Quellenangabe
titleGedichte
authorHelmut Wördemann
modified20170815
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Der selbständige Arm

Es war einmal ein muskulöser Arm, der fühlte sich so stark, daß er sich selbständig machen wollte.

»Hör mal«, sagte er zum Kopf, »du mußt dich in Zukunft mit dem linken Arm begnügen, ich will mich selbständig machen.«

»Das könnte dir so passen!« erwiderte der Kopf. »Ich brauche dich, und du brauchst mich, also bleibst du, wo du bist.«

»Jaja, ich bleib´, wo ich bin. Von Weggehen war gar nicht die Rede, aber ich will nicht mehr nach deiner Pfeife tanzen. Sieh zu, wie du klarkommst.«

Da erboste sich der Kopf und befahl dem Arm eine extra schwierige Arbeit, für die sonst ein Rädergestell benutzt wurde: »Schlepp den Koffer zum Bahnhof!«

»Bestell ein Taxi!« kommandierte der Arm zurück.

»So ist das? Du willst frech werden? Gut, dann stelle ich deine Versorgung ein. Noch laufen alle Kommandos durch meine Zentrale. Das Blut soll deine Nährstoffe zusätzlich in den linken Arm bringen, der hat's ja auch nötiger, wenn du ausfällst.«

Nun verlor der rechte Arm die Beherrschung:

»Bevor du mich aushungerst, mach ich dich fertig!« brüllte er fuchtelnd und schlug mit der geballten Faust so kräftig zu, daß der Kopf zurücktaumelte und den Verstand verlor.

Als aber der Kopf in Ohnmacht fiel, verlor auch der Arm seine Kraft.

 


 

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