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Gedichte

: Gedichte - Kapitel 281
Quellenangabe
titleGedichte
authorHelmut Wördemann
modified20170815
typefable
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Die geschälten Zwiebeln

Es war einmal eine Zwiebel, die war so dick, dass sie allen anderen Zwiebeln überlegen war:

»Ist doch alles nur Schale,« quiekte eine kleine Zwiebel, fast weinend vor Neid.

»Wart' es ab,« antwortete die große gelassen und rollte in die Hand der Hausfrau, als sie das Essen zubereitete. Sie entfernte die rotbraune Hülle und legte die Zwiebel in den heißen Suppentopf. Dann schälte sie auch die kleine Zwiebel und legte sie in die Suppe.

»Siehst du,« setzte die große das Gespräch fort, »jetzt sind wir beide nackend, und ich bin noch immer größer als du.«

»Alles nur Schale«, fiepste trotzig die kleine Zwiebel.

Tatsächlich, die äußere Hülle der großen Zwiebel löste sich ab und dann die nächste und so weiter, bis nur noch ein kümmerlicher Kern übrig blieb.

»Hab' ich's nicht gesagt,« wisperte die kleine Zwiebel im Sterben, denn auch sie war Hülle um Hülle auseinander gefallen, »alles nur Schale.«

 


 

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