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Gedichte

: Gedichte - Kapitel 27
Quellenangabe
titleGedichte
authorHelmut Wördemann
modified20170815
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Der wütende Bubble Gum

Es war einmal ein Bubble Gum, der wurde in der Hektik der Genusssucht behandelt wie ein gewöhnlicher Kaugummi. Ein Junge riss ihm das bunte Papierkleidchen vom Leib und steckte ihn in den Mund, ohne sein Spiel zu unterbrechen und seine Aufmerksamkeit diesem neuen Gast zu widmen.

Der Bubble Gum hielt das für einen schnöseligen Irrtum, der sich wohl bald aufklären werde. Deshalb ließ er sich geduldig alles gefallen. Er ließ sich auslutschen; er ließ sich kaputtkauen; er ließ sich auslaugen, bis nichts von seiner aromatischen Süße übrig geblieben war.

Doch als der Junge ihn ausspucken wollte, da hielt der Bubble Gum vor Wut die Luft an und blähte sich empört auf. So kam er als dicke Blase aus dem Mund des Jungen und platzte ihm direkt unter der Nase mit einem unverhofften Knall.

Da erschrak der Junge, besann sich aber schnell und sagte:

»Ah, so einer bist du. Das ist mir recht. Also spielen wir noch eine Weile miteinander.«

Und weil der Bubble Gum sich jetzt anerkannt sah, zeigte er Atemzug um Atemzug seine ganze Flexibilität und Einsatzmöglichkeit, und er wurde bei allen Kindern der Umgebung berühmt.

 


 

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