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Gedichte

: Gedichte - Kapitel 248
Quellenangabe
titleGedichte
authorHelmut Wördemann
modified20170815
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Das ehrgeizige Streichholz

Es war einmal ein Streichholz, das hatte vor Wut einen feuerroten Kopf, weil es immer in der finsteren Schachtel liegen musste.

»Wartet nur,« schimpfte es zornig vor sich hin und rüttelte sich nach oben, »wenn ich erst frei bin! Wenn man mich erst lässt, wie ich will! Ich werde die Welt erleuchten und wenn ich sie in Brand setzen muss! Dann werden alle sehen, was in mir steckt.«

Da nahm der Mensch das Streichholz aus der Schachtel, zündete damit eine Zigarette an, löschte es und warf es in den Aschenbecher. Dort erstarb es so schnell, dass es nicht einmal mit der Zigarettenkippe über die Sinnlosigkeit des Daseins reden konnte.

 


 

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