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Gedichte

: Gedichte - Kapitel 247
Quellenangabe
titleGedichte
authorHelmut Wördemann
modified20170815
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Der brennende Strauch

Es war einmal ein Zierstrauch, der blühte so schön, dass selbst die Sonne sich in ihn verliebte. Immer inniger und immer heißer strahlte sie in die feinen Blüten und in die schattig versteckten Zweige.

Eines Mittags aber war der Strauch so durchglüht, dass er Feuer fing und hohe Flammen aus seinem Gewirr emporloderten.

Da eilten die Menschen herbei und freuten sich des hehren Blüten- und Sonnenglücks. Einige aber schimpften:

»Was brennst du so heiß, du tust uns weh! Au, jetzt hat mich ein Spritzer gebrannt! Mein Kleid ist versengt, und meine Haut hast du auch verwundet.«

Der Strauch aber, der herrlich glutend zusammenbrach, wimmerte nur ganz leise:

»Was jammert ihr denn? Ich bin es doch, der brennt. Wenn ich doch erst Asche wäre! Lieber kalt und grau sein als so grausam-schön!«

 


 

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