Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > >

Gedichte

: Gedichte - Kapitel 210
Quellenangabe
titleGedichte
authorHelmut Wördemann
modified20170815
typefable
Schließen

Navigation:

Die alte Schachtel

Es war einmal eine alte Schachtel, die war zwar sehr inhaltsreich, aber selber zu nichts zu gebrauchen. Sie enthielt nützliche Dinge: Einen Zollstock, einen Zirkel, einen Bleistift, ein paar Sägeblätter, eine Tube Leim und anderes Werkzeug der feineren Art.

»Ach,« seufzte die Schachtel,»es sind immer nur meine Gäste, die im Leben der Menschen eine Rolle spielen, ich selber werde nie gebraucht, und wenn ich mich schüttele, um klappernd auf mich aufmerksam zu machen, lenke ich das Interesse doch nur auf meinen Inhalt.«

Eines Tages aber schüttelte sie sich so sehr in ihrer gramvollen Wut, dass sie umkippte und dabei den Deckel verlor. Da purzelte ihr ganzer Inhalt auf den Fußboden der Heimwerkstatt.

»Halt!« rief der Mensch, »was machst du denn da? Wirfst du mir deinen Kram vor die Füße? Willst wohl in Pension gehen, du alte Schachtel. – Nein, mein Freund, so haben wir nicht gewettet. Wie soll ich denn meine kleinen Werkzeuge transportieren, wenn du nicht mehr mitmachst? He? Kannst du mir das mal verraten?«

Da duckte sich die alte Schachtel, weil sie sich schämte. Sie begriff nämlich erst jetzt, dass sie selber gar nichts zu tun brauchte, um zu nützen, sie musste nur einfach da sein.

 


 

 << Kapitel 209  Kapitel 211 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.