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Gedichte

: Gedichte - Kapitel 2
Quellenangabe
titleGedichte
authorHelmut Wördemann
modified20170815
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Der feinfühlige Acker

Es war einmal ein gutherziger Acker, der brachte Jahr für Jahr, bei guter und bei schlechter Witterung immer nur die feinste Ernte hervor. Dabei strengte er sich so sehr an und opferte soviel von seiner Substanz, dass er nicht nur auserlesene Früchte, sondern auch reiche Mengen schuf.

Der Bauer wunderte und freute sich. Schließlich beschloss er, sich dankbar zu erweisen und veranstaltete zu Ehren des Feldes eine große Feier, zu der er die ganze Siedlung einlud.

Das Festessen fand auf dem Acker selbst statt, denn der Bauer sagte sich und sagte es bei einer Besichtigung des Festplatzes gewissermaßen auch dem Acker, dass dieser doch die Grundlage des Festes bilde.

So lief denn im Herbst alles auf dem Feld zusammen. Und da der Bauer auch die Musik nicht vergessen hatte, wurde auch viel getanzt. Anfangs gingen die Schritte zwar sehr mühsam, doch mit der Zeit trampelten sich die Füße eine glatte Fläche.

Unter der ausgelassenen Freude der Menschen aber ging der Acker zugrunde, er verhärtete sich, bekam keine Luft mehr und erstickte.

 


 

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