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Gedichte

: Gedichte - Kapitel 190
Quellenangabe
titleGedichte
authorHelmut Wördemann
modified20170815
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Die raffinierte Pilzmückenlarve

Es war einmal einne Pilzmückenlarve, die hatte großen Hunger.Denn wenn sie auch nur ein Wurm war, fast durchsichtig, so musste sie sich doch tüchtig ernähren, um ins höhere Leben überwechseln zu können.

»Wenn du fressen willst,« sagte die Mutter, »musst du dir etwas fangen, von nichts kommt nichts. Du kannst doch Angelschnüre spinnen, also, los an die Arbeit!«

Da spann die Larve lange Fäden als waagerechtes Gerüst. Von hier aus konnte sie weitermachen und andere Fäden mit klebrigen Knoten wie Perlenketten nach unten hängen lassen. Nun brauchte sie nur noch zu warten. Doch das war ihr zu langweilig, und es war auch zweckmäßiger, von Perlenschnur zu Perlenschnur zu ziehen, um zu kontrollieren, ob schon eine Beute daran kleben geblieben war. Im übrigen war die Pilzmückenlarve so wendig, dass sie ihren schlanken Wurmleib fast auf der Stelle drehen und jede Kurve spielend nehmen konnte.

Es dauerte gar nicht lange, da hing an einem der Klebketten ein bunter Schmetterling. Nun hatte die Larve zu fressen.

Eines Tages aber verwandelte sie sich selbst in einen Zweiflügler. Unbeholfen taumelte sie durch die dunkle Heimathöhle, vertat sich in der Richtung und blieb an ihren eigenen Angelfäden hängen. Selbst ihre Mutter, die alte Pilzmücke, konnte ihr nicht mehr helfen.

 


 

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