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Gedichte

: Gedichte - Kapitel 181
Quellenangabe
titleGedichte
authorHelmut Wördemann
modified20170815
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Der zauberhafte Pfau

Es war einmal ein Pfau, der war so schön, dass es keine Sünde war, ihn zu beneiden, sondern ganz natürlich. So geschah es auch einem jungen Mädchen:

»Ach,« seufzte es, »wenn ich doch so schön wäre wie du.«

»Das lässt sich machen,« sagte der Pfau, den eine solche Bemerkung nicht überraschte und der sich für solche Gelegenheiten vorbereitet hatte, »ich habe Magie studiert, und es wäre mir ein Vergnügen, dich in einen Pfau zu verwandeln.«

Bei diesen Worten hob er verführerisch seine prachvolle Schleppe zu einem grün-golden glänzenden Rad, dessen bunte Augenflecken das Mädchen ansahen, als wollten sie schon mit der Verzauberung beginnen.

»Allerdings,« fuhr er fort, »so hübsch wie ich wirst du nur, wenn ich dich in ein Männchen verwandle. Und – jetzt kommt das Wichtigste: Als Pfau musst du immer dasselbe Kleid tragen, Tag und Nacht, Jahr für Jahr.«

Da kehrte sich das Mädchen wortlos ab, lief eilig nach Hause und zog sich um.

 


 

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