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Gedichte

: Gedichte - Kapitel 168
Quellenangabe
titleGedichte
authorHelmut Wördemann
modified20170815
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Die dreckige Murmel

Es war einmal einne gläserne Murmel, die lag dreckig unter einem Busch im Garten. Niemand beachtete diese Murmel, nur manchmal stieß ein Igel sie beiseite, wenn sie ihm auf der Schneckenjagd im Wege war. Es passierte zwar gelegentlich, dass ein Kind beim Spielen einen Ball verlor und ihn auch unter diesem Obststrauch suchte, doch wenn es die schutzige kleine Kugel sah, verzog es nur verächtlich den Mund und sagte »Igittigitt!«

Eines Tages aber, als die Beeren reif waren, drückte sich ein kleines Mädchen so tief in das Blattwerk, dass es mit einer Fußspitze auf die Murmel traf und sie wegstieß, ohne es zu merken. Die Murmel rollte bis ins Gras. Das Kind beachtete das sandverkrustete Ding erst, als ein Sonnenstrahl wie ein flinker, blitzender Zeiger darauf wies.

»Was ist das?« fragte sich das Mädchen, bückte sich und hob die kleine Kugel auf. Dabei beseitigten ihre Finger dort, wo sie die Murmel anfassten, den haltlosen Dreck, so dass immer mehr von der gläsernen Schönheit zutage trat.

Erwartungsvoll putzte das Kind die ganze Kugel blank, wusch sie noch mit sauberem Wasser ab und trocknete sie. Nun sah sie, wie klar ihr Fund in Wirklichkeit war. Erfreut lief das Mädchen damit wieder nach draußen und hielt seinen kleinen Schatz triumphierend ins Sonnenlicht. Oh, wie strahlte da die kleine Murmel, und wie funkelten nun auch die Farben aus ihrem Inneren!

Neidisch kamen die anderen Kinder näher. Sie staunten und erkundigten sich nach dem Fundort. Dann stöberten sie selber unter dem Busch, doch hier lag keine Murmel mehr.

 


 

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