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Gedichte

: Gedichte - Kapitel 16
Quellenangabe
titleGedichte
authorHelmut Wördemann
modified20170815
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Der erhabene Berg

Es war einmal ein Berg, der hockte wie ein dicker Buckel auf einer Ebene. Da er die einzige Erhebung auf diesem platten Lande war, kam er sich sehr bedeutsam vor. Auf dem Berg wuchsen aber dasselbe Gras, dieselben Blumen, dieselben Sträucher und dieselben Bäume wie in der Ebene.

»Ich bin der Größte,« protzte der Berg, »von mir aus kann man die ganze Ebene überblicken.«

»Jaajaa,« meinte das flache Land gedehnt, denn es ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, »ist ja gut. Aber vergiss bitte nicht, dass du aus mir hervorgegangen bist, aus meiner Substanz, und dass alles, was du in deiner hochmütigen Erhabenheit nicht halten kannst, in meine Arme flieht. Du bist ein schönes Ausflugsziel, ich aber bin die Heimat.«

 


 

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