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Gedichte

: Gedichte - Kapitel 149
Quellenangabe
titleGedichte
authorHelmut Wördemann
modified20170815
typefable
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Das enttäuschte Loch

Es war einmal ein Loch, dessen Leere saugte so schmerzhaft nach unten, dass die Ränder einrissen und ganz zu brechen drohten. Aber es kam weder ein Deckel, um es zuzudecken, noch gar ein Kork, um es passend zu schließen. Statt dessen regnete alles unverfroren herein, was gerade von oben herabfiel oder von den Seiten heranwehte. Darunter befand sich auch manches Nassforsche, das die wunden Ränder aufweichte, so dass sie noch verletzlicher wurden.

»Entweder werde ich mit der Zeit verschüttet, oder ich breche zusammen,« überlegte sich das Loch leidvoll knisternd. »Es ist wohl besser, wenn ich freiwillig in mich gehe und auf jede Öffnung nach außen verzichte, es kommt ja doch nichts Gutes mehr herein.«

Und wehmütig zog sich das Loch zu einem dunklen, aber festen Punkt zusammen.

 


 

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