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Gedichte

: Gedichte - Kapitel 141
Quellenangabe
titleGedichte
authorHelmut Wördemann
modified20170815
typefable
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Das Lied der Lerche

Es war einmal eine Lerche, die freute sich so sehr über ihr erstes Ei, dass sie vor Vergnügen ums Nest hüpfte, welches sich versteckt auf einer großen Wiese befand. Aber das Gras kitzelte unter den Flügeln. Deshalb schwang sich die Lerche auf und hob befreit an zu singen: Tirili-Tirila-Tirilalala!

Immer höher stieg sie wie an ihrer eigenen Tonleiter hinauf. Es hörte sich an und sah so aus, als schüfe sie sich singend ihren Aufstieg in den Himmel mit selbstkomponierter Musik.

Als sie aber jubilierend die reinste Freiheit hoch über dem Dunst der Städte erreicht hatte, brauste ein Flugzeug daher, das zerschmetterte das Lied der Lerche, und es verdickte die Luft mit Gestank.

Enttäuscht ließ sich die Lerche zurückfallen, um künftig nur noch halb so froh halb so hoch zu fliegen in halb so reine Luft. Und sie überlegte sich, ob sie jemals wieder ein Ei legen sollte, da doch die eigene Freude darüber sich nicht mehr glücklich erheben konnte und da sie doch nicht wusste, ob ihre Töchter und Söhne die verrußte Sonne ertragen würden.

 


 

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