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Gedichte

: Gedichte - Kapitel 132
Quellenangabe
titleGedichte
authorHelmut Wördemann
modified20170815
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Die fleißige Küchenschabe

Es war einmal eine Küchenschabe, zweieinhalb Zentimeter kurz, aber immer auf Trab, vor allem nachts. Sie fraß alles, was sie fand, und schleppte noch manches mit heim in die finstere feuchte Ecke, in der sie mit ihren Angehörigen wohnte.

Nebenher wehrte sie Feinde ab. Sie verfügte nämlich über Drüsen, mit denen sie einen derart stinkenden Saft absondern konnte, dass ihr kein Gegner zu nahe kam. Außerdem trug sie noch eine Kapsel mit sich herum, in der sie ihre Eier verwahrte, um sie bis zum Schlüpfen der Larven mit ihrem eigenen Körper warm zu halten und zu behüten.

Eines Tages aber störte sich ein Mensch an dem schwarzbraunen Gekrabbel auf seinem Küchen-Fußboden, und die langen Borstenfühler ekelten ihn an. Also zertrat er die Schabe.

»Ein so tüchtiges, fleißiges Weibchen bekomme ich nie wieder,« heulte der trauernde Schabenmann.»Warum musste dieser Mensch sie töten? Hat sie nicht eigentlich nur die verdorbenen Überbleibsel vom Tisch der Familie genommen und nur das weggeräumt, was denen entfallen war? Ach, man kann noch soviel Gutes tun, wenn man dabei nicht gut aussieht, wird man doch vernichtet.«

 


 

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