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Ludwig Anzengruber: Gedichte - Kapitel 63
Quellenangabe
typepoem
authorLudwig Anzengruber
booktitleKalendergeschichten. ? Gedichte und Aphorismen
titleGedichte
publisherVerlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung Nachfolger
seriesLudwig Anzengrubers Gesammelte Werke in zehn Bänden
volumeFünfter Band
printrunDritte durchgesehene Auflage
editorA. Bettelheim. V. Chiavacci. V. K. Schembera.
year1897
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071214
projectidd942c059
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's alten Sepps Stoßseufzer.

(31. Mai 1881.)

Ei du liebes Menschenleben!
Kommt mer aus der Mutter Schoß,
Wird mer so geboren eben,
Wie dös Kailbel und dös Roß,
Is mer gleich a mehr verständig,
Macht ein' dös nur mehr elendig.

's Kailberl, als unschuldig's – Bengerl,
Weiß noch nix vom Oxenschlag'n
Und dös Füllerl träumt kein wengerl
Von dem schweren Ziegelwag'n;
All dös kimmt zu seine Zeiten
Und wann's da ist, muß mer's leiden.

Ei wohl, 's Vieh dös lebt wie blinder,
Kennt kein' Aengsten, denkt kein' B'schluß,
Doch uns arme Menschenkinder
Lehrt der Katechisimus:
»Z'höchst da schleppt mer sich siebz'g Jahr' hin
Und zum Schluß da wird mer gar hin!«

Kaum noch nach dem Bröserl Dasein
B'sinnt sich so a arme Seel',
Soll s' auch schon auf Nein und Ja h'nein
Gleich in Himmel oder Höll'; –
Ach, dös allz'samm' könnt' mer z' schiech sein,
Möcht' schon lieber gleich a Viech sein!

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