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Bjørnstjerne Bjørnson: Gedichte - Kapitel 68
Quellenangabe
pfad/bjoernso/gedichte/gedichte.xml
typepoem
authorBjörnstjerne Björnson
titleGedichte
publisher
seriesBjörnstjerne Björnson gesammelte Werke in fünf Bänden
volumeErster Band
editorJulius Elias
year1911
translatorMax Bamberger, Ludwig Fulda, Cläre Mjöen, Christian Morgenstern, Roman Woerner
correctorreuters@abc.de
senderpg-us#12921
created20090714
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Post Festum

Ein Mann, bedeckt mit Schnee und Eis,
Stand einstmals auf am Eismeerstrande,
Da schallte laut durch alle Lande
Des Riesenrecken Lob und Preis.

Ein König klomm zu ihm hinan
Und reicht' ihm gnädig seinen Orden:
»Den tragen die, die groß geworden!«
»Stopp!« knurrte ihn der Recke an.

Der König wich verblüfft, entsetzt
Zurück mit bänglichem Gesichte:
»Mein Orden wird nach der Geschichte
Verschmäht von just den Größten jetzt.

»Nimm, nimm, mein Lieber; bitte schön,
Laß mich nicht in der Patsche stecken;
Du wirst mehr Größe ihm erwecken,
Uns, die ihn tragen, miterhöhn!«

Zu gut war unser Eismeerheld,
Wie oftmals Recken, will mir scheinen;
Die Narren werden sie der Kleinen, –
Er nahm ihn, – Hohngelächter gellt.

Da krochen alle Könige hin
Mit ihren Orden, sie zu heben
Und ihnen neuen Glanz zu geben:
Für arme Ritter zum Gewinn.

Honny soit ... et caetera –
Bespickt mit Orden stand er da;
Doch größer ward der Orden keiner,
Der Recke nur verteufelt kleiner.

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