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Bjørnstjerne Bjørnson: Gedichte - Kapitel 65
Quellenangabe
pfad/bjoernso/gedichte/gedichte.xml
typepoem
authorBjörnstjerne Björnson
titleGedichte
publisher
seriesBjörnstjerne Björnson gesammelte Werke in fünf Bänden
volumeErster Band
editorJulius Elias
year1911
translatorMax Bamberger, Ludwig Fulda, Cläre Mjöen, Christian Morgenstern, Roman Woerner
correctorreuters@abc.de
senderpg-us#12921
created20090714
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An Molde

    Molde, Molde,
    Treu wie ein Sang,
Wogende Rhythmen mit lieben Gedanken,
Farbige Bilder, die spielend sich ranken
Um meines Lebens Gang.
Nichts ist so schwarz, wie dein Fjord, wenn er fauchend
An dir vorbeifegt, meersalzig rauchend,
Nichts ist so sanft, wie dein Strand, deine Inseln,
Ja, deine Inseln!
Nichts ist so stark wie dein bergiger Kranz,
Nichts ist so zart wie der Sommernacht Glanz.
    Molde, Molde,
    Treu wie ein Sang
    Summst du auf meinem Gang.

    Molde, Molde,
    Blumiger Ort,
Häuslein im Gärtchen, Freunde dort weilen!
Bin ich auch ferne wohl hundert Meilen,
Steh' ich im Rosenschutz dort.
Heiß brennt die Sonne auf Berglands Weite,
Fort muß der Mann zum ernsten Streite.
Sanft nur die Freunde entgegen mir gehen
Und mich verstehen –
Kampf schlichtet einzig der Tod allein, –
Hier sei dem Denken ein heiliger Hain!
    Molde, Molde,
    Blumiger Ort,
    Kindheiterinnerungs-Hort.

Und wenn einmal
Im letzten Kampf ich liege,
Mein Heimattal,
In deinem tiefen Abendrot
Lag meiner Gedanken Wiege, –
Dort nahe ihnen der Tod.

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