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Bjørnstjerne Bjørnson: Gedichte - Kapitel 45
Quellenangabe
pfad/bjoernso/gedichte/gedichte.xml
typepoem
authorBjörnstjerne Björnson
titleGedichte
publisher
seriesBjörnstjerne Björnson gesammelte Werke in fünf Bänden
volumeErster Band
editorJulius Elias
year1911
translatorMax Bamberger, Ludwig Fulda, Cläre Mjöen, Christian Morgenstern, Roman Woerner
correctorreuters@abc.de
senderpg-us#12921
created20090714
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Ich reiste vorüber

– Ich reiste vorüber im Morgenrot:
Lautlos ein Hof noch im Lichte ruht,
Und wie die Scheiben brennen in Blut,
Loht auf in der Seele erloschene Glut: –
    In Frühjahrsstunden
    Dort war ich gebunden
    Von lächelnden Lippen und feinen Händen,
    Und das Lächeln mußte in Tränen enden.

Lang, bis der Hof meinem Blicke entschwand,
Schaut' ich hinüber, unverwandt.
Alles Vergangne erglänzte rein,
Alles Vergessne ward wieder mein: –
    Gedanken wandern
    Nun auch zu andern
    Frühlingstagen, und Wonnen und Fehle
    Wogen vor und zurück in der Seele.

Freudvoll damals und freudvoll nun,
Schmerzen damals und Schmerzen nun.
Sonne im Tau: wie das funkelt und weint –
Tränen und Lächeln verklärt und vereint.
    Wenn Erinnerungswellen
    Flutend erst schwellen
    Über die Seele und ebben dann wieder,
    Grünt sie und sprengt die Knospen der Lieder.

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