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Bjørnstjerne Bjørnson: Gedichte - Kapitel 43
Quellenangabe
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typepoem
authorBjörnstjerne Björnson
titleGedichte
publisher
seriesBjörnstjerne Björnson gesammelte Werke in fünf Bänden
volumeErster Band
editorJulius Elias
year1911
translatorMax Bamberger, Ludwig Fulda, Cläre Mjöen, Christian Morgenstern, Roman Woerner
correctorreuters@abc.de
senderpg-us#12921
created20090714
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Wie man sich fand

(Zum Studententag 1869)

Träume, die zu Träumen drängen,
Finden bald ihr Reich;
Herzen, die sich suchen, sprengen
Alles lenzstrahlgleich.
Und je tiefre Leiden binden
Ihren jungen Drang,
Desto heller beim Sichfinden
Braust der Jubelsang.

Jeder von den Hochgemuten
Spornt zwar hundert an,
Doch wenn tausend auch verbluten,
Wär's doch nicht getan.
Nein, erst wenn der Volkslenz brausend
Stürmt durch Wald und Land,
Weckend all die Hunderttausend, –
Dann erst man sich fand.

Heil nun Norges jungem Tage,
Fern in Dunst versteckt.
Mit dem Dämmergrauen jage
Weg, was uns erschreckt.
Und des Schlachthorns hohle Lieder,
Tränen, Schmach und Blut,
Die beseelten immer wieder
Uns erst recht mit Mut.

Aus des Volkes Geist und Werken
Wächst er Tag für Tag,
Niederlagen ihn nur stärken
Zum Entscheidungsschlag.
Frühlingsahnen ist entglommen,
Spricht das Jubelwort
Von dem Lenz, der einst wird kommen,
Heil dir, Volk im Nord!

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