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Bjørnstjerne Bjørnson: Gedichte - Kapitel 28
Quellenangabe
pfad/bjoernso/gedichte/gedichte.xml
typepoem
authorBjörnstjerne Björnson
titleGedichte
publisher
seriesBjörnstjerne Björnson gesammelte Werke in fünf Bänden
volumeErster Band
editorJulius Elias
year1911
translatorMax Bamberger, Ludwig Fulda, Cläre Mjöen, Christian Morgenstern, Roman Woerner
correctorreuters@abc.de
senderpg-us#12921
created20090714
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Hochzeitslied

Du standest vorm Altar in weißem Kleide,
Und Ewigkeiten lauschten deinem Eide;
    Dein banges Denken schwebte
    Um ihren tiefen Grund,
    Und was dein Herz durchbebte,
    Das betete dein Mund.
Da ward dein Blick von hellem Glanz umwoben,
Denn deine Mutter betete dort oben
    Mit dir zugleich.

Nun fühltest du, die Hand, die dir gegeben,
Festhalten werde sie fürs ganze Leben;
    Dir wurde leichter, freier,
    Dein Herz schlug nicht mehr bang;
    Du sahst durch Tränenschleier
    Die Zukunft hell und lang!
Betaut von milden Liebestränen deuchte
Das Leben dir ein Lenz, der ewig leuchte;
    Du faßtest Mut.

Ihm, der die Eltern deinen Kindertagen
Ersetzte, galt es Lebewohl zu sagen.
    Sein Werk war nun geschehen:
    Du standest froh verklärt
    Und, wie's ersehnt sein Flehen,
    Warst deiner Mutter wert.
Er sah dein Aug' voll Dank emporgehoben,
Und Dank schien ihm zu tönen von dort oben,
    Dank für sein Werk.

Von den Geschwistern, denen Kinderpflege,
Selbst Kind, du gönntest, scheiden deine Wege.
    Den besten Lohn von allen,
    Sie geben heut ihn drein;
    Einst in die Wage fallen
    Wird er am Tag der Pein!
Dank und Gebet ist deines Glücks Geleite,
Dank und Gebet sei stetig ihm zur Seite,
    Dank und Gebet!

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