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Bjørnstjerne Bjørnson: Gedichte - Kapitel 24
Quellenangabe
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typepoem
authorBjörnstjerne Björnson
titleGedichte
publisher
seriesBjörnstjerne Björnson gesammelte Werke in fünf Bänden
volumeErster Band
editorJulius Elias
year1911
translatorMax Bamberger, Ludwig Fulda, Cläre Mjöen, Christian Morgenstern, Roman Woerner
correctorreuters@abc.de
senderpg-us#12921
created20090714
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Der Norrönastamm

(4. November 1864)

Es zog Norrönas Söhne
Zum freien Meergestad';
Ihr Ziel war Kampfgedröhne
Und hehre Mannestat.
Ihr Geist, in Surtrs Feuer
Sich senkend wurzelfest,
Trieb Schossen ungeheuer
Zu Ygdrasils Geäst.

Ging zu der Brüder Schaden
Oft jeder eigne Spur,
Gab's auf getrennten Pfaden
Doch eine Ehre nur.
Die Zeit schuf Platz für jeden:
Erst Norge, Dänemark;
Kam auch danach erst Schweden,
So wuchs es doppelt stark.

Vom Stern des dänischen Drachen
War Ost und West entbrannt;
Normannengeists Erwachen
Drang bis zum heiligen Land.
Sowie von Sveas Stamme
Die Polnacht ward erhellt,
Gibt Lützens Siegesflamme
Noch Licht der halben Welt.

Es schweißten harte Tage
Norges und Dänmarks Band;
Den größern Sinn der Saga
Hat kleine Zeit verkannt.
Dann trat, sich zu verbinden,
Norge zu Schweden hin,
Und nie mehr soll verschwinden
Der Saga größrer Sinn.

Der Volksgeist birgt im Schoße
Weissagung wundersam:
Die Zukunftstat, die große,
Eint den Norrönastamm.
Ein jedes Fest entfache
Des heiligen Schwures Klang:
Für unsres Blutes Sache
Sieg und nicht Niedergang.

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