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Bjørnstjerne Bjørnson: Gedichte - Kapitel 19
Quellenangabe
pfad/bjoernso/gedichte/gedichte.xml
typepoem
authorBjörnstjerne Björnson
titleGedichte
publisher
seriesBjörnstjerne Björnson gesammelte Werke in fünf Bänden
volumeErster Band
editorJulius Elias
year1911
translatorMax Bamberger, Ludwig Fulda, Cläre Mjöen, Christian Morgenstern, Roman Woerner
correctorreuters@abc.de
senderpg-us#12921
created20090714
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An Bergen

Wie du dasitzt stumm,
Hochgebirg ringsum,
Meer um deinen Fuß und vor dir deine Schären,
Sinnest du wohl auf
Saga, deren Lauf
Noch einmal die Welt erstaunen soll!

Stadt, dir selber treu,
Bergen, »niemals neu«,
Unverwüstlich, echt, wie deines Holberg Laune.
Vormals Königswacht,
Später Handelsmacht,
Sitz sodann des ersten Freiheittings!

Wie die Sonne oft
Hell und unverhofft
Deinen Dunst durchbrach und deine Regenschleier,
Kamst du uns mit Rat
Oder rascher Tat,
Wann uns Nacht am dunkelsten umfing.

Tief aus Volkesgrund,
Witzig, kerngesund,
Sproßten da Gedanken, stand uns eine Kunst auf,
Trotzig, blaugeäugt,
An der Brust gesäugt
Deiner düstern, mächtigen Natur.

Deine Berge kahl
Malte unser Dahl,
Träumend wandelte an deinem Strand Welhaven,
Und auf deiner Flut
Kreuzte hochgemut
Ole Bull vor Flaggen aller Welt.

Deine Nordsee wacht
Treulich deiner Macht,
Und durch deine blauen Fjorde, wie durch Adern,
Strömst du Glück in dein
Nordisch Land hinein, –
Stadt durch Vorzeit reich, an Zukunft reich!

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