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Bjørnstjerne Bjørnson: Gedichte - Kapitel 18
Quellenangabe
pfad/bjoernso/gedichte/gedichte.xml
typepoem
authorBjörnstjerne Björnson
titleGedichte
publisher
seriesBjörnstjerne Björnson gesammelte Werke in fünf Bänden
volumeErster Band
editorJulius Elias
year1911
translatorMax Bamberger, Ludwig Fulda, Cläre Mjöen, Christian Morgenstern, Roman Woerner
correctorreuters@abc.de
senderpg-us#12921
created20090714
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Frida †

Frida, ich wußte, du wolltest nicht leben.
Bloßen Gedanken schon war es gegeben,
Dich zu entgeistern, als wären in ihnen
Engel erschienen.

Wie deine Augen, die staunenden, klaren,
Fern dann und fremd allem Irdischen waren:
Da wuchs die Schwinge, die nach deinen Tagen
Fort dich getragen.

Sprachest du, fragtest du, ward mir oft bange;
War's doch, als ob Blick und Stimme verlange,
Dir einen Schatz der Erkenntnis zu zeigen,
Der mir nicht eigen.

Sprangst du, wie eben der Schulbank entronnen,
Flog dein Gelock wie ein wehender Bronnen;
Lachtest du, tat sich der Himmel auf, strahlend
Über dein Strahlen.

Oder wie konntest du bitter dich grämen!
Alles zerfloß gleich zu Schatten und Schemen,
Chaos ward, wie vor des Ewigen Werde,
Himmel und Erde.

Da, o, da sah ich: dein Glück, deine Schmerzen
Fanden nicht Raum mehr im irdischen Herzen.
Dort winkte Weite! – Doch hier blieb ein Schweigen
Wunderlich eigen.

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