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Bjørnstjerne Bjørnson: Gedichte - Kapitel 13
Quellenangabe
pfad/bjoernso/gedichte/gedichte.xml
typepoem
authorBjörnstjerne Björnson
titleGedichte
publisher
seriesBjörnstjerne Björnson gesammelte Werke in fünf Bänden
volumeErster Band
editorJulius Elias
year1911
translatorMax Bamberger, Ludwig Fulda, Cläre Mjöen, Christian Morgenstern, Roman Woerner
correctorreuters@abc.de
senderpg-us#12921
created20090714
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Seufzer

Abendsonnenfunkeln
Nie durch meine Scheiben bricht,
Auch die Morgensonne nicht; –
Stets bin ich im Dunkeln.

Sonne, sprich, wann gleitet
In die Kammer mir dein Schein?
Fällt kein Strahl ins Herz hinein,
Das im Finstern streitet?

Meinem Kindersehnen,
Morgensonne, bist du gleich;
Wenn du spielst so rein und weich,
Quellen mir die Tränen.

Abendsonnenfrieden,
Ach, du gleichst des Weisen Ruh;
Meinem Fensterlein wirst du
Künftig sein beschieden.

Morgensonnenklingen,
Ach, du bist die Phantasie,
Die der Welt Verklärung lieh.
Könnt' ich dich erringen!

Abendsonnenmilde,
Du bist mehr als Weisheitsruh',
Christenglaube bist mir du:
Leucht' auf mein Gefilde!

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