Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Richard Zoozmann: Gedichte - Kapitel 98
Quellenangabe
typepoem
authorWalther von der Vogelweide
titleGedichte
publisherWilhelm Borngräber Verlag
editorRichard Zoozmann
year1907
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071027
projectidbc6f353d
Schließen

Navigation:

Der Fürsten Braten

L. 17. Wir suln den kochen râten

   Den Köchen soll man raten,
Dieweil sie übel stehn zur Zeit,
Daß sie es nicht vergessen.
   Den Fürsten ihren Braten,
Und wär es auch nur daumenbreit,
Reichlicher zuzumessen.
   Verschnitten ward in Griechenland
Ein Braten einst von arger Hand,
Woraus viel Ungemach entstand;
Zu dürftig war der Braten.
Der König mußte vor die Tür,
Die Fürsten trafen neue Kür,
Wer nun verlor das Reich dafür,
Dem soll am Spieße nie ein Fleisch geraten.

Dieser Ende 1212 entstandene – indes vielbestrittene – Spruch birgt eine Mahnung an Otto zur Freigebigkeit, die Otto aber nicht beherzigte und schon 1213 bereute, als auf dem Regensburger Reichstage der ganze Süden Deutschlands zu Friedrich, dem Gegenkönig, übertrat. Am Schluß wird auf ein Ereignis aus der byzantinischen Geschichte hingedeutet. Der Kaiser Isaak Angelus wurde 1204 vertrieben und das Kreuzheer – die arge Hand – das zur Befreiung des heiligen Landes ausgezogen war, plünderte auf das schamloseste Konstantinopel, und seine Anführer zerteilten das ganze Reich in größere und kleinere Stücke. – Vgl. Karl Pannier, Leipzig, Reclam, S. 166.

 << Kapitel 97  Kapitel 99 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.