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Richard Zoozmann: Gedichte - Kapitel 85
Quellenangabe
typepoem
authorWalther von der Vogelweide
titleGedichte
publisherWilhelm Borngräber Verlag
editorRichard Zoozmann
year1907
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071027
projectidbc6f353d
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Deutschland voran!

L. 56. Ir sult sprechen willekomen

   Heißen sollt ihr mich willkommen,
Der euch Neues meldet, das bin ich!
   Was ihr alles sonst vernommen,
War nur Wind – drum fraget jetzo mich!
      Aber Lohn will ich;
      Wenn ihr den nicht scheut,
      Will ich manches melden,
      Was das Herz erfreut!
   Seid bedacht und ehret mich!

    Deutschen Frauen will ich sagen
Solche Märe, daß sie aller Welt
   Wohl von Herzen soll behagen:
Und ich tu es ohne Gut und Geld.
      Denn wer nahm als Sold
      Wohl von Frauen Lohn?
      Drum sag ich bescheiden:
      Es erfreut mich schon,
   Grüßen sie mich lieb und hold!

    Länder hab ich viel gesehen,
Und die besten prüft ich allerwärts.
   Übles möge mir geschehen,
Würde je abtrünnig mir das Herz,
      Daß mir wohlgefalle
      Fremder Sitte Brauch;
      Wenn ich unwahr spräche,
      Sagt, was hilf mirs auch?
    Deutsche Zucht geht über alle!

    Von der Elbe bis zum Rheine
Und zurück bis in das Ungarland
   Sind die besten Fraun alleine,
Die ich auf der weiten Erde fand.
      Weiß ich recht zu schauen
      Wackern Sinn und Leib,
      Helf mir Gott – ich schwöre,
      Daß das deutsche Weib
    Besser ist als andre Frauen!

    Deutscher Mann ist wohlerzogen,
Deutsche Fraun sind engelschön und rein,
   Wer sie tadelt, hat gelogen,
Anders kann es wahrlich nimmer sein.
      Zucht und reine Minne,
      Wer die finden will,
      Such in deutschen Landen,
      Da gibts wunderviel –
   Lebt ich doch noch lang darinne!

Dieses Lied verbreitete sich bald nach Bekanntwerden allgemein. Ulrich v. Lichtenstein singt davon in seinem Frauendienst (Lachmann S. 240):

»Dies Lied mir in das Herze klang,
Es tat im Innern mir so wohl,
Denn ich ward da von Freuden voll.
Es schien so süß mir, schien so gut,
Von ihm ward ich gar frohgemut.«

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