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Richard Zoozmann: Gedichte - Kapitel 84
Quellenangabe
typepoem
authorWalther von der Vogelweide
titleGedichte
publisherWilhelm Borngräber Verlag
editorRichard Zoozmann
year1907
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071027
projectidbc6f353d
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An den Markgrafen Dietrich von Meißen

1.

L. 106. Ich hân dem Mîssenaere

   Oft sang ich ungeheißen
Zum Ruhme des von Meißen,
Dafür gedenkt er übel mein.
   Was soll ichs noch beschönen?
Hätt ich ihn können krönen.
Die Krone wäre heute sein!
   Hätt ich nun bessern Lohn gesehn.
Ich wollt ihm noch zu Diensten stehn
Und könnte Trost ihm spenden.
Doch denkt er nicht so billig jetzt,
Daß er den Schaden mir ersetzt;
So lassen wirs bewenden.
Doch viel verdirbt,
Weil man darum nicht wirbt!

2.

L. 105. Der Mîssenaere solte

    Der Meißner sollte willig
Mir büßen, dächt er billig;
Von meinen Diensten bin ich still.
   Mein Lob sollt er vergelten;
Ich lob ihn künftig selten,
Wenn er mich selbst nicht loben will.
   Denn lob ich ihn, lob er mich auch,
Dafür will ich nach gutem Brauch
Ihm alles andre lassen.
Nun werde mir sein Lob zuteil,
Sonst nehm ich meins zurück in Eil
Zu Hof, auf Markt und Gassen.
Schon gar zu lang
Erwart ich seinen Dank.

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