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Richard Zoozmann: Gedichte - Kapitel 77
Quellenangabe
typepoem
authorWalther von der Vogelweide
titleGedichte
publisherWilhelm Borngräber Verlag
editorRichard Zoozmann
year1907
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071027
projectidbc6f353d
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Der Bogner

1.

L. 80. Ich bin dem Bogenaere holt

    Dem edeln Bogner bin ich hold
Auch ohne Lohn und ohne Sold,
Denn noch konnt ich von seiner Huld nichts haschen –
So füll er Russen, Polen denn die Taschen,
Ich will ihm drob nicht grollen allzusehr.
Ein Meister könnt ihn würdger preisen,
Als der Schmarotzer feile Weisen,
Lohnte er höfische Meister mehr!

2.

L. 80. Den diemant, den edeln stein

    Den edeln Stein, den Diamant
Gab mir des schönsten Ritters Hand:
And ohne Bitte ward die Gabe mein.
Doch lob ich nicht die Schönheit nach dem Schein.
Wohltätger Mann ist schön und wohlerzogen,
Das Äußre läßt aufs Innre schließen,
So wird auch beidem Lob ersprießen,
Wie dem von Katzenellenbogen.

Dieter von Katzenellenbogen; nahm 1219 das Kreuz, kehrte 1222 zurück und
starb 1244(?). Er wohnte auf schloß Lichtenberg im Odenwald, wo ihn Walther von
seinem Lehen aus bequem besuchen konnte.

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