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Richard Zoozmann: Gedichte - Kapitel 71
Quellenangabe
typepoem
authorWalther von der Vogelweide
titleGedichte
publisherWilhelm Borngräber Verlag
editorRichard Zoozmann
year1907
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071027
projectidbc6f353d
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Der Eisenacherhof (1204-1208)

L. 20. Der in den ôren siech von ungesühte sî

    Ich rate jedem an,   wer am Gehöre leidet,
Daß er Thüringens Hof   zu Eisenach vermeidet:
Denn wer dort weilt, wird sicher ganz betört.
   Ich drängte auch herzu,   bis ichs so weit gebracht;
Abwechselnd ein und aus   ziehn Gäste Tag und Nacht –
Ein Wunder, daß man bei dem Lärm noch hört!
   Der Landgraf lebt so wohlgemut,
Daß er mit stolzen Helden   verschwendet Hab und Gut,
Davon ein jeder wohl ein Kämpe war!
Am seinen Übermut ist es nichts Kleines:
Denn koste tausend Pfund   ein Fuder guten Weines –
Es blieb doch keines Ritters Becher leer!

Dieser Spruch entstand zwischen 1198-1203, als W. umsonst versuchte, beim Thüringer Landgrafen Aufnahme zu finden.

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