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Richard Zoozmann: Gedichte - Kapitel 37
Quellenangabe
typepoem
authorWalther von der Vogelweide
titleGedichte
publisherWilhelm Borngräber Verlag
editorRichard Zoozmann
year1907
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071027
projectidbc6f353d
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Minne, zweier Herzen Wonne

L.69 Saget mir jeman, waz ist minne?

    Sagt mir jemand, was ist Minne?
Weil ichs halb nur weiß, wüßt ich gern mehr.
   Hats ein andrer besser inne,
Lehr er michs, warum sie schmerzt so sehr?
   Minn ist Minne, wenn sie freut,
Schmerzt sie, ist es nicht die rechte Minne,
Und ich weiß nicht, welchen   Namen man ihr beut!

    Mach ichs klar euch wie die Sonne,
Was der Minne Wesen sei – sprecht Ja!
   Minn ist zweier Herzen Wonne,
Teilen beide gleich, so ist sie da!
   Doch tritt keine Teilung ein,
Kann ein Herz allein sie nicht erfassen:
Darum spende du mir Hilfe, Herrin mein!

    Frau, ich habe schwer zu tragen;
Willst du helfen mir, so hilf beizeit.
   Bleibst du aber taub den Klagen,
Sag es frei, so end ich diesen Streit!
   Bin hinfort ein freier Mann.
Aber eines solltest du bedenken:
Daß dich schwerlich Einer   besser feiern kann!

   Darf sie Haß für Liebe geben?
Soll ich Lust ihr schaffen für mein Leid?
   Soll ich rühmend sie erheben,
Wenn sie's kehrt zu meiner Niedrigkeit?
   Übel tat ich, ihr zu traun!
Doch was sprech ich Blinder denn und Tauber?
Wen die Liebe blendet,   kann nicht richtig schaun!

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