Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Richard Zoozmann: Gedichte - Kapitel 31
Quellenangabe
typepoem
authorWalther von der Vogelweide
titleGedichte
publisherWilhelm Borngräber Verlag
editorRichard Zoozmann
year1907
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071027
projectidbc6f353d
Schließen

Navigation:

Ungleiche Teilung

L. 40. Ich hân ir sô wol gesprochen

    Ich hab so von ihr gesprochen,
Daß sie mancher nun auf Erden lobt.
   Wird das nun an mir gerochen,
Wehe mir, dann hab ich gut getobt,
    Daß ich die mit Ruhm bedacht
   Und mit Lob gekrönet,
   Die dafür mich höhnet:
Dies, Frau Minne, schmälert eure Macht!

    Noch, Frau Minne, klag ich bitter,
Übt Gericht und urteilt über mich,
   Eurer Ehre kühner Ritter
Wider Ungetreue, das war ich!
   In dem Streite schoß mich wund
   Euer Pfeil im Herzen,
   Sie blieb frei von Schmerzen,
Ihr ist wohl – und ich blieb nicht gesund.

    Herrin, laßt mich des genießen,
Denn ich weiß, ihr habt der Pfeile mehr.
   Wollt sie ihr ins Herz doch schießen,
Daß sie meines Grams Genossin wär.
   Wollet, edle Königin,
   Eure Wunden teilen
   Oder meine heilen,
Daß ich nicht allein verletzet bin.

    Ich bin euer schon, Frau Minne,
Zielt dahin, wo man euch widersteht.
   Helfet, daß ich Sieg gewinne:
Herrin, nein, daß sie euch nicht entgeht!
   Laßt mich auch das Ende sagen:
   Daß, wenn sie entrinnt,
   Wir geschieden sind –
Wer soll euch sein Weh dann ferner klagen?

 << Kapitel 30  Kapitel 32 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.