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Richard Zoozmann: Gedichte - Kapitel 143
Quellenangabe
typepoem
authorWalther von der Vogelweide
titleGedichte
publisherWilhelm Borngräber Verlag
editorRichard Zoozmann
year1907
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071027
projectidbc6f353d
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Schlimme Zeit

L. 121. Die grîsen wolten's überkomen

   Die Weisen sprechen für und für:
Auf Erden stünd es traurig wie noch nie,
Dieweil man wenig Freude spür;
Doch stritt ich immer zornig wider sie,
   »Sie möchten ganz veralten,
Es würde doch nicht wahr.«
Ihr Wort mißfiel mir gar;
So stritt ich mit den Alten!
Sie haben recht behalten
Schon länger als ein ganzes Jahr.

    Mein Auge großes Wunder sieht,
Das manchem, der es nicht verdient wie ich,
Doch Freude blüht und Glück geschieht.
O weh dir, Welt, wie steht es doch um dich?
   Wenn Gott nun hätt erkoren
Dem einen klugen Sinn,
Dem andern Glücksgewinn,
Dann wäre reichen Toren
Die Ehre nicht verloren,
Wär ich so reich als arm ich bin.

    Vordem, als alle waren froh,
Da wollte niemand hören meine Klage;
Jetzt aber geht es manchem so,
Daß sie mir willig glauben, was ich sage.
   Mag Gott im Himmel senden
Bald wieder bessre Zeit,
Er geb uns Seligkeit,
Daß unsre Sorgen enden.
Ach, könnt ich sie doch wenden –
Doch mich drückt noch besondres Leid.

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