Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Giosuè Carducci: Gedichte - Kapitel 32
Quellenangabe
pfad/carducci/gedichte/gedichte.xml
typepoem
authorGiosuè Carducci
titleGedichte
publisherCoron-Verlag
seriesSammlung Nobelpreis für Literatur
volumeNobelpreis für Literatur 1906
editor
year1969
translatorBettina Jacobson
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20090330
projectidcb077308
Schließen

Navigation:

Des Führers Begräbnis

Die Faust zerschmettert, die auf kühner Fahrt
Die Pike schwang, wo eisge Gletscher ragen,
Ruht nun der Bergbezwinger aufgebahrt.

Von Saxa steigen nieder, die ihn tragen
Mit düsterm Grabgesang; der Priester spricht:
– Herr gib ihm ewge Ruh – antwortend sagen

Die Fraun: – Und ihn erfreu das ewge Licht. –
Die Trauerfahne sieht man flatternd wehn
Durch dunkles Tannengrün. Bald hört man nicht

Den Grabgesang, bald trägt ihn von den Höhn
Der Wind herab. Bald birgt er sich im Wald,
Bald sieht den ernsten Chor man talwärts gehn.

Jetzt tritt er vor, am Friedhof macht er Halt;
Nun spricht der Priester, als der Sarg inmitten
Der Kreuze steht: – Gott gebe Gnade bald,

Emilio, dir, Bergkönig. Fromm von Sitten
War dein Gemüt, auch stiegen jeden Tag
Auf zu dem Schoß Marias deine Bitten. –

Der Frauen Schar in Trauerkleidern lag
Am Boden, schluchzend, weinend um die Söhne
Die stürzten, und um den der stürzen mag.

Da plötzlich löst sich von des Berges Lehne
Um den Montblanc das dichte Nebelgrau,
Verwehend in des Lichtes reiner Schöne.

Und durch den Riß des Dunstgewölkes, rauh,
Vielzackig, steil, streckt sich mit einem Male,
Wie trotzig schneidend in das Himmelsblau,

Die Dent du Géant hell im Sonnenstrahle.

Courmayeur 1895.

 << Kapitel 31  Kapitel 33 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.