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Giosuè Carducci: Gedichte - Kapitel 16
Quellenangabe
pfad/carducci/gedichte/gedichte.xml
typepoem
authorGiosuè Carducci
titleGedichte
publisherCoron-Verlag
seriesSammlung Nobelpreis für Literatur
volumeNobelpreis für Literatur 1906
editor
year1969
translatorBettina Jacobson
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20090330
projectidcb077308
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Virgil

Wie auf versengte Sommerfluren nieder
Vom hohen Mond die Abendkühle sinkt,
Sein weißes Licht aus schmalem Flüßchen wieder
Zu frohem Murmeln weiß aufleuchtend blinkt;

Wie süßer Ton der Nachtigallenlieder
Aus Busch und Laub in all den Glanz erklingt,
Des Liebchens blondes Haar dem Wandrer wieder,
Der träumend lauschte, vor die Seele bringt;

Wie der beraubten Mutter, die noch spät
Am kleinen Hügel sitzt, aus lichten Räumen
Die Strahlen tröstend in die Seele gleiten,

Indes ein Luftzug säuselt in den Bäumen,
Wo schimmernd sich Gebirg und Wogen weiten:
So labt dein Sang mich, göttlicher Poet!

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