Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Friederike Kempner: Gedichte - Kapitel 56
Quellenangabe
typeanthology
authorFriederike Kempner
year1995
publisherMatthes & Seitz Verlag
addressMünchen
isbn3-88221-802-9
titleGedichte
pages3-21
created19991017
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1903
Schließen

Navigation:

Am Scheidewege

        Weicher wurden meine Saiten,
Ernster ward mein Blick,
Sprich, wie soll ich Dich mir deuten,
Rätselhaft Geschick?

Bessere Gefühle ringen
Sich in meiner Brust,
Besserem wird schwer Gelingen –
Schadenfrohe Lust!

Nicht mehr grad' wie Pol zum Pole
Fass' ich's im Begriff,
Von dem Scheitel bis zur Sohle
Gleicht's unsichrem Schiff.

Aus dem positiven Grunde
Ward ein Frührotschein,
Trau' mein Urteil kaum dem Munde,
Könnte irrig sein.

Als da leuchteten die Sterne,
Holden Glückes Schein,
Fand' ich in der weit'sten Ferne
Jeden Punkt allein.

Wie mit Seherblick begabet,
Traf ich Alles recht,
Ob ihr Falsches, Böses gabet,
Kannt' es gleich für schlecht!

Helle Sterne untergingen,
Dunkel mich umgiebt,
Wolken lagern auf den Dingen,
Kenn's nicht, was mich liebt.

Kann es schwer nur unterscheiden,
Was da falsch, was echt, –
In der Finsternis der Leiden,
Wird das Auge schlecht.

Kehret wieder, gold'ne Sterne,
Holden Glückes Schein, –
Daß ich finde in der Ferne
Jeden Punkt allein.

 << Kapitel 55  Kapitel 57 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.