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Friederike Kempner: Gedichte - Kapitel 220
Quellenangabe
typeanthology
authorFriederike Kempner
year1995
publisherMatthes & Seitz Verlag
addressMünchen
isbn3-88221-802-9
titleGedichte
pages3-21
created19991017
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1903
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Senior Hermann Bödeker

            Von Goethes Anblick überrascht,
Nach Worten einst ein Kaiser hascht,
Er sah ihn lange forschend an,
Und rief dann aus: »Das ist ein Mann!«

Ein wahrer Mensch – ja, ja, ganz recht
Des Menschen Typus ganz und echt,
Trägt an der Stirn ein geistig Mal
Von feinem innern Ideal:

Wenn Wahrheit kündend die Gestalt
Das Schöne zeigt mit Allgewalt, –
Und tatverkündend vor uns tritt
Mit menschlich schönem Heldenschritt.

Dann sind wir tief und froh bewegt,
Und unser Herz nur Segen hegt:
Denn selten ist der Anblick nur
In uns'rer kleinlichen Natur.

Man rühmt als große Seltenheit
Das Götterfeuer Menschlichkeit,
(Es reiht Geschlecht sich an Geschlecht,
Selbstsüchtig, kleinlich, ungerecht!)

Ihr Funken hat fast ausgesprüht,
Er lodert nicht, und nicht er glüht –
Als Irrlicht nur noch auf dem Plan,
Stirbt er im Sumpf – im dunklen Wahn. –

Wie anders ist's bei Dir: hinauf
Zum Himmel schlägt die Flamme auf,
Als Leuchte spendend rings ihr Licht,
Dein Name, er verlöschet nicht!

Es sitzt der Dichter zu Gericht,
Sein Urteil schreibt er im Gedicht,
Und wer dem Ideale gleicht,
Begeistert er die Palme reicht.

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