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Gedichte

Achim von Arnim: Gedichte - Kapitel 7
Quellenangabe
pfad/arnim/gedicht2/gedicht2.xml
typepoem
authorAchim von Arnim
titleGedichte
publisherInsel-Verlag zu Leipzig
seriesAchim von Arnims Werke
editorReinhold Steig
volumeDritter Band
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20091115
projectidc4abe48c
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Laßt uns ruhig weiter bauen.

        Aus tiefer Not schrei ich zu dir,
       Herr Gott, vernimm mein Rufen!

Laßt uns ruhig weiter bauen,
Nur auf Gottes Himmel schauen,
Wie er alle Sterne trägt,
Sonn' und Mond sich da bewegt.
Ein Vertrauen strahlt hernieder,
Fallet auf die Kniee nieder,
Herr, mein Gott, dich loben alle.

Nein, die Sündflut kommt nicht wieder,
Und das Feuer stürzt nicht nieder,
Es erhebet himmelauf
Alles zu der Sterne Lauf:
Ein Vertrauen strahlt hernieder,
Fallet auf die Kniee nieder,
Herr, mein Gott, dich loben alle.

Eine Taube laß ich fliegen,
Die Gebete werden siegen,
Nicht der Feinde wilder Fluch;
Schon mit gleichem Flügelflug
Bringet sie ein Ölblatt wieder:
Fallet auf die Kniee nieder,
Herr, mein Gott, dich loben alle.

Wo soll ich mein Haus nun bauen?
Laß dein Angesicht nur schauen
In der Liebsten Angesicht
Durch die wolk'gen Locken licht:
Ein Vertrauen strahlt hernieder,
Fallet auf die Kniee nieder,
Herr, mein Gott, dich loben alle.

Nur noch eines mir gewähre,
Daß ich selber mich erkläre,
Denn ich fürchte, was ich such,
Allzuhoch ist wohl mein Flug:
Doch, Vertrauen strahlt hernieder,
Höher schwebt die Sonne wieder,
Herr, mein Gott, du schufst uns alle.

Wenn die Stadt auch soll vergehen,
Laß mich ihr zur Seite stehen,
Daß uns drängt zum engsten Raum
Süße Not, wie in dem Traum.
In der Not sind Alle Brüder,
Ja, ich sag es bald ihr wieder,
Wie sie mir so wohl gefalle.

Hast du Sprache doch gegeben
Jedem Menschen mit dem Leben;
Sprach' und Leben ist ihr Blick,
Kündet mir verborgnes Glück,
Ein Vertrauen strahlt hernieder,
Sie vergibt und liebt mich wieder;
Herr, mein Gott, dich loben alle.

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