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Gedichte

Achim von Arnim: Gedichte - Kapitel 13
Quellenangabe
pfad/arnim/gedicht2/gedicht2.xml
typepoem
authorAchim von Arnim
titleGedichte
publisherInsel-Verlag zu Leipzig
seriesAchim von Arnims Werke
editorReinhold Steig
volumeDritter Band
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20091115
projectidc4abe48c
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Ahndungen

Nach des Dichters Vorerinnerung geschrieben, ehe von einem russischen Feldzuge (1812) die Rede war, so daß die Kälte, in der die Blätter von Napoleons Lorbeer abfallen würden, nur von seiner eignen Herzenskälte verstanden wurde; veröffentlicht nach Napoleons Niederlagen 1813.

Thema: Was nur heil'ge Geister ahnen,
Glaubst du dein, du winzig Ding?
Deine Mittel sind gering,
Größern mußt du Wege bahnen.

Glosse: Wie? Du weißt, was uns verborgen?
Dringt die Klugheit deines Blicks
Ins Geheimnis des Geschicks?
Stehst du schon im hellen Morgen,
Wo wir nächtlich weglos sorgen?
Kennst du deine Untertanen?
Ach, zu deines Wahnsinns Bahnen
Willst du große Völker zwingen!
Armer, du mußt selbst vollbringen,
Was nur heil'ge Geister ahnen.

Als Prometheus Feuer stahl
Aus der Sonne ew'gem Schein,
Meinte er ein Gott zu sein,
Seiner Menschen Angst und Qual
War des Stolzen Freudenmahl!
Als er an dem Felsen hing,
Angeschmiedet an den Ring,
Sprach ein Menschlein ihm zum Spotte:
»Feuer, das du stahlst dem Gotte,
Meinst du dein, du winzig Ding?«

Und Prometheus starrte auf,
Wollt' vernichten, was er schuf,
Doch vergebens war sein Ruf,
Alles hatte ew'gen Lauf
Seit der heil'gen Feuertauf',
Nur er selber, er verging!
Wer mit sich die Welt anfing,
Wer sich gegen sie verschwor,
Muß ihr dienen als ein Tor,
Seine Mittel sind gering.

Frevle rasch zu deinem Ziel,
Hast mich immer langeweilt,
Wo du Sieg und Kranz ereilt;
Denn es war nur höhres Spiel,
Bahn zu sprengen dem Gefühl,
Das da folgt den heil'gen Fahnen,
Unsrem Volke, unsren Ahnen;
Nahe deinem höchsten Glanze
Fällt im Frost das Laub vom Kranze,
Größern mußt du Wege bahnen.

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