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Gedichte

Achim von Arnim: Gedichte - Kapitel 11
Quellenangabe
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typepoem
authorAchim von Arnim
titleGedichte
publisherInsel-Verlag zu Leipzig
seriesAchim von Arnims Werke
editorReinhold Steig
volumeDritter Band
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20091115
projectidc4abe48c
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Stiftungslied der deutschen Tischgesellschaft am Krönungstage, dem 18. Januar 1811

Unsre Krone ward erstritten
Durch der deutschen Ritter Blut,
Als die Heiden mußten bitten
Um des ew'gen Friedens Gut;
Seit die Heiden sind bekehret,
Kam die gnadenfrohe Zeit,
Und der Adel währt und lehret
Freiheit in Ergebenheit.
Freiheit christlich-deutscher Treue,
Uns mit deinem Segen weihe!
Ew'ger Glaube, lebe hoch!

        Chor
       Unser Glaube lebe hoch!

Als am ersten Krönungstage
Friedrich setzte auf die Stirn
Unsre Krone, daß er trage
Unsres Reiches Glanzgestirn,
Einte uns mit höh'rer Krone
Zu dem großen Weltgeschick
Gott der Herr auf seinem Throne
Mit der Hoffnung Segensblick,
Ließ dem Könige zum Zeichen
Seine heil'ge Salbung reichen,
Daß die Krone lebe hoch.

        Chor
       Unsre Krone lebe hoch!

Unsres Volkes alte Rechte
Halten beide Kronen fest,
Schützt sie kommendem Geschlechte,
Schützt die Adler in dem Nest,
Bis sie auf den jungen Schwingen
Über uns in hohem Flug
Zu dem Glanz der Sonne dringen
Im vereinten Heldenzug;
Schwört dem alten Herrscherhause
Bei der Krönung Jubelschmause,
Ruft dem König Lebehoch!

        Chor
       Unserm König Lebehoch!

Nimmer sollen Fremde herrschen
Über unsern deutschen Stamm,
Allen wilden Kriegesmärschen
Setzt die Treue einen Damm.
Unsres Volkes treue Herzen
Bindet eine Geisterhand,
Und wir fühlen Sie in Schmerzen,
Sie, die uns von Gott gesandt,Königin Luise, die bereits am 19. Juli 1810 gestorben war.
Daß sich Glaub' und Liebe finde
Und in Hoffnung sich verkünde,
Ewig lebt die Königin.

        Chor
       Ewig lebt die Königin!

Steigt der Wein uns in die Krone
Bei der Krone frohem Fest,
Freudengeber, schone, schone,
Daß uns Demut nicht verläßt;
Ernstes Leben muß uns weihen,
Was der einzelne vermag,
Soll er dienend allen leihen,
Viele Strahlen machen Tag.
Schwört, daß keiner will vor allen,
Jeder treu mit allen schallen
Hier zu Preußens Lebehoch.

        Chor
        Alle Preußen leben hoch!

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