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Für Vaterland und Ehre

Wilhelm Kranzler: Für Vaterland und Ehre - Kapitel 6
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authorWilhelm Kranzler
titleFür Vaterland und Ehre
publisherHansa-Verlag Mercus Zutermann
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correctorJosef Muehlgassner
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Fortdauer der Herbstschlacht in der Champagne.

Wie gewaltig die Erfolge waren, die unsere deutschen Heere in der letzten Septemberwoche gegen den wütenden Ansturm der Franzosen in der Champagne und der Engländer im Artois (Gegend von Arras–La Bassée) errungen hatten, erfuhren wir erst, als aus französischen Dokumenten festgestellt werden konnte, daß diese »Herbstschlacht in der Champagne« die Vernichtung für uns bringen sollte. Sie hat die Vernichtung aber nicht gebracht, dank dem heldenmütigen Widerstand unserer Truppen. Zwar gelang es den Feinden, an einzelnen Stellen unsere ersten Linien zu überrennen, als unsere Gräben durch sein siebzigstündiges Artilleriefeuer eingeebnet waren, aber schon an unserer zweiten Linie brach der feindliche Ansturm. Trotz all dieser Mißerfolge des Feindes, trotz seiner gewaltigen Verluste mußten wir jedoch nach wie vor mit einer Fortsetzung der feindlichen Offensivversuche rechnen. Die Verbündeten hatten derartige Kräfte eingesetzt, daß an ihrem festen Willen, uns niederzuringen, nicht mehr zu zweifeln war. Eine mehrtägige Kanonade, wie sie auch dieser Krieg noch nicht gesehen, Infanterie-Angriffe ohne Zahl konnten unsere Heeresleitung nicht überraschen, haben die Kraft unserer herrlichen Verteidigungstruppen nicht brechen können. Alle deutschen Stämme, neuerlich auch Badener, Rheinländer, Sachsen, Hessen und Westfalen, wetteiferten in todesmutiger Tapferkeit und ungebrochener Kampfeskraft der Verteidigung der Heimat, und auf diese lebende Mauer gründete sich unsere unzerstörbare Zuversicht, mochte auch hier und da ein Stück der Grabenmauer unter dem Geschoßhagel des Feindes in Trümmer gehen.

Die Feinde suchten, da sie dauernde Waffenerfolge nicht erringen konnten, in den neutralen Ländern die Lüge zu verbreiten: Deutschland wolle Frieden um jeden Preis! Dazu gab aber bald die deutsche Regierung eine halbamtliche Erklärung, in der es unter anderm hieß: »Von verschiedenen Seiten hören wir, daß wieder einmal die Mär herumgetragen wird, als trage sich der Reichskanzler seit längerer Zeit mit dem Gedanken eines vorzeitigen und übereilten Friedens mit England. Wir sind ermächtigt, nochmals diese Gerüchte als unbegründete, bösartige und die Interessen des Reiches schädigende Treibereien zu bezeichnen. In einer Partei-Entschließung wurde der Zuversicht Ausdruck gegeben, daß die herrlichen Erfolge unserer Waffen die Riesenmacht des russischen Feindes endgültig brechen und die nationale Sicherheit des deutschen Volkes im Osten dauernd gewährleisten werden. Als das wichtigste Ziel bleibe im Vordergrunde die mit allen Mitteln zu erstrebende Niederringung Englands, welches den Krieg heraufbeschworen habe und niemals aufhören werde, unsere Stellung in der Welt und unsere weitere Entwicklung für alle Zukunft zu bedrohen und zu unterbinden. Das ganze deutsche Volk wisse sich einig in dem Entschlusse, vor keinem weiteren Opfer zurückzuschrecken, das erforderlich wäre, um den Krieg bis zu einem dauernden, ehrenvollen, die Grundlagen der deutschen Zukunft sichernden Frieden durchzuführen.«

Die Regierung hatte bereits im April die Gerüchte von einem Sonderfrieden mit den Briten widerlegen müssen. Inzwischen war nichts geschehen, das diesen Gerüchten neue Nahrung hätte geben können. Die politische und militärische Lage sah wahrlich nicht danach aus, als könnten wir mit England in Friedensverhandlungen treten. Und wenn trotzdem immer wieder Gerüchte über des Kanzlers Friedensgedanken auftauchten, so wurden diese Gerüchte darum nicht wahrer, weil sie von Zeit zu Zeit wiederholt wurden, und sie konnten in ihrer Hartnäckigkeit nur schaden, vor allem, weil sie den Anschein erweckten, als sei man im deutschen Volke mißtrauisch gegen des Kanzlers Politik. Daß auch ein solcher Anschein im Feindeslager mit viel Behagen festgestellt wurde, das sollten die nie aus den Augen lassen, welche aus gutgemeinter Absicht vor einem übereilten Friedensschluß mit England warnen zu müssen glaubten, einem Friedensschluß, für den in Wirklichkeit gar keine Anzeichen vorlagen.

Die amtliche Meldung vom 2. Oktober lautete: »Feindliche Monitore beschossen wirkungslos die Umgegend von Lombartzyde und Middelkerke. Einen neuen Angriff versuchten die Engländer gestern nicht wieder. Unsere Gegenangriffe nördlich von Loos machten bei heftiger feindlicher Gegenwehr weitere Fortschritte. Einige Gefangene, zwei Maschinengewehre und ein Minenwerfer fielen in unsere Hand. Versuche der Franzosen, östlich von Souchez und nördlich von Neuville Raum zu gewinnen, mißglückten. In der Champagne scheiterte ein mit starken Kräften unternommener feindlicher Angriff östlich Aubérive. Ebenso erfolglos waren heftige französische Angriffe in Gegend nordwestlich Massiges, an denen Truppenteile von sieben verschiedenen Divisionen beteiligt waren. Die Zahl der bei den Angriffen in der Champagne bisher gemachten Gefangenen ist auf 104 Offiziere, 7019 Mann gestiegen. Erfolgreiche Minensprengungen beschädigten die französische Stellung bei Vauquois. Französische Flieger bewarfen Hénin-Liétard mit Bomben, durch die acht französische Bürger getötet wurden; wir hatten keine Verluste.«

So sehr sich auch der französische amtliche Bericht Mühe gab, die eigenen Erfolge maßlos zu übertreiben, mit jedem Tag, da die französische Offensive stockte – und daß sie stockte, das las man auch aus dem französischen Bericht heraus – verringerten sich ihre Aussichten. Wir gewannen Zeit, uns für die bevorstehenden Angriffe zu kräftigen und Reserven heranzuziehen. Nun mußten wir ja immerhin damit rechnen, daß der Feind auch noch an einer anderen Stelle sein Glück versuchen würde; der Artillerie- und Minenkampf dauerte ja schon die Tage über an der ganzen Front an. Und die Verkehrssperre an der Schweizer Grenze konnte immerhin so gedeutet werden, als ob die Franzosen größere Truppenverschiebungen nach dorthin ins Werk setzten. Offensivpläne nach Elsaß-Lothringen waren ja nichts neues; unsere Heeresleitung hatte aber auch für diesen Fall schon ihre Vorbereitungen getroffen.

In englischen Meldungen wurde die neue starke deutsche Verteidigungslinie wie folgt beschrieben: Die französische Flügelstellung steht bei Epine de Vedegrange, davor befindet sich nach rechts ein langgestreckter Höhenzug, der im Besitz der Deutschen ist. Im Zentrum befindet sich die Landstraße zwischen St. Hilaire und St. Souplet. Rechts davon ist die Fortsetzung des erwähnten Höhenzuges bis zur Landstraße Souain–Sommery. Von einem Punkte ungefähr mittwegs zwischen beiden Dörfern geht die deutsche Linie über eine Anzahl Hügel, die durchschnittlich eine Höhe von 190 Metern erreichen, die wie Perlen an der Schnur nebeneinander liegen. Die Täler haben die Richtung von Norden nach Süden. Jede dieser Anhöhen bildet eine natürliche Stellung für die Artillerie, die in der Lage ist, die Angreifer zu beschießen. Gegen dieses furchtbare System natürlicher Befestigungen soll sich die weitere Offensive richten. Die britischen Zeitungskorrespondenten im englischen und französischen Hauptquartier sind sich darüber einig, daß, obgleich der Vorstoß der Engländer und Franzosen von schönem Erfolge begleitet sei, die Entscheidung in dem gewaltigen Kampfe noch lange nicht erreicht sei. Am 29. September fand wiederum ein verzweifelter Kampf an der ganzen englischen Front statt, ohne daß es den Engländern gelang, Gelände zu gewinnen. Die Militärkritiker der französischen Provinzpresse zollten den Engländern ein recht eingeschränktes Lob. Der konzentrisch durchgeführte Angriff auf Lens mißglückte infolge der mehrmals beobachteten Scheu des Marschalls French, die weißen Engländer in tiefgegliederten Massen angreifen zu lassen. Auf englischer Seite waren wohl die Verluste geringer als bei den Franzosen, aber das erzielte Resultat war im Vergleich zu den »gelungenen Attacken der Poilus« recht dürftig.

Abwehrmaßnahmen gegen Fliegerangriffe in Paris. Französischer Horcherposten mit Schalltrichtern und Mikrophonen.

Die Engländer versuchten nach dem amtlichen deutschen Bericht in der Nacht zum 2. Oktober das ihnen in den schweren Kämpfen der letzten Tage wieder abgenommene Gelände nördlich von Loos im Gegenangriff zurückzuerobern. Der Versuch scheiterte unter schweren, blutigen Verlusten für den Feind. Französische Angriffe südwestlich Angres, östlich Souchez, sowie nördlich Neuville wurden weiter abgeschlagen. Die Anzahl der Gefangenen, die unsere Truppen in diesem englisch-französischen Angriffs-Abschnitt bisher machten, war auf 106 Offiziere, 3642 Mann gestiegen, die Beute an Maschinengewehren betrug 26. In der Champagne griffen die Franzosen am 1. Oktober mittags östlich Aubérive in breiter Front an; der Angriff mißglückte. Nur an einer Stelle drang der Feind in unsere Stellung ein; badische Leibgrenadiere gingen zum Gegenangriff vor und nahmen einen Offizier, 70 Mann gefangen; der Rest des eingedrungenen Feindes fiel. Französische Angriffe nördlich Le Mesnil und nordwestlich Ville-sur-Tourbe wurden abgewiesen. Bei der Abwehr der Angriffe während der letzten Tage zeichnete sich nordöstlich von Le Mesnil besonders das Reserve-Regiment 29 aus. Die Gesamtzahl der Gefangenen und die Beute aus den Kämpfen nördlich von Arras und in der Champagne erreichte am 1. Oktober die Höhe von 211 Offizieren, 10 721 Mann, 35 Maschinengewehren. Der Bombenabwurf eines von Paris zum Angriff auf Laon aufgestiegenen Flugzeuggeschwaders hatte den Tod einer Frau und eines Kindes und die schwere Verletzung eines Bürgers der Stadt als Erfolg. Unsere Abwehrkanonen schossen ein Flugzeug südlich Laon ab, dessen Insassen gefangen genommen wurden; ein anderes feindliches Flugzeug stürzte brennend über Soissons ab.

Am 2. Oktober wurde von der deutschen Heeresleitung ein Befehl des Generals Joffre über den Angriff Ende September bekannt gegeben, den wir in einem der nächsten Kapitel abdrucken.

Feindliche Monitore richteten am 3. Oktober ein wirkungsloses Feuer auf die Gegend von Westende-Bad. Abermalige Versuche der Engländer, während der Nacht nördlich von Loos verlorenes Gelände wiederzugewinnen, mißglückten vollständig. Mit schweren Verlusten nach stellenweise erbitterten Nahkämpfen gab der Feind hier seine Angriffe auf. Oestlich von Souchez mißlang ein französischer Vorstoß trotz Einsatzes einer erheblichen Menge Gasgranaten. Ein feindlicher Angriffsversuch aus Neuville heraus gegen die Höhenstellungen östlich wurde mit starken Verlusten für den Feind abgeschlagen. Im nächtlichen, dem Angriff folgenden Handgranatenkampf ging uns ein 40 Meter langes Grabenstück verloren. Die Franzosen hatten am 2. Oktober die Infanterie-Angriffe in der Champagne nicht wiederholt; das feindliche Artilleriefeuer hielt in wechselnder Stärke an. Nördlich von Le Mesnil wurde der Feind aus einem gegen unsere Stellungen vorspringenden Graben hinausgeworfen, wobei er erhebliche Einbuße, auch an Gefangenen, hatte. Im Handgranatenkampf um die Stellung nordwestlich von Ville-sur-Tourbe behielten wir die Oberhand. Der Feind wiederholte seine Fliegerangriffe auf Laon und Vouziers; an beiden Orten fielen wieder mehrere Zivilpersonen den Bombenwürfen zum Opfer. In Gegend von Rethel wurde das französische Luftschiff »Alsace« zur Landung gezwungen, die Besatzung ist gefangen genommen. Am 3. Oktober vormittags 8½ Uhr wurden auf die neutrale Stadt Luxemburg von französischen Fliegern Bomben geworfen. Es wurden zwei luxemburgische Soldaten, ein Arbeiter und ein Ladenmädchen verletzt.

Vor Zeebrügge erschienen nach dem amtlichen Bericht vom 4. Oktober wieder fünf feindliche Monitore und legten ein wirkungsloses Feuer auf die Küste; drei belgische Bewohner fielen dem Feuer zum Opfer. Unsere Küstenartillerie traf einen Monitor, der schwer beschädigt abgeschleppt werden mußte. Gegen die englische Front nördlich von Loos, aus der nachts ein vergeblicher Ausfall gegen unsere Stellung westlich von Haisnes unternommen wurde, machten die Angriffsarbeiten weitere Fortschritte. Südlich des Souchez-Baches konnten sich die Franzosen in diesem kleinen Grabenstück an der Höhe nordwestlich von Givenchy festsetzen. Südlich dieser Höhe wurden französische Angriffe abgeschlagen. Das vierzig Meter lange Grabenstück nordöstlich von Neuville wurde von uns wieder genommen. In der Champagne setzten nachmittags die Franzosen in der Gegend nordwestlich von Massiges und nordwestlich von Ville-sur-Tourbe vergeblich zum Angriff an. Ihre Ansammlungen wurden unter konzentrisches Feuer genommen. Ein starker Nachtangriff gegen unsere Stellungen nordwestlich von Ville-sur-Tourbe brach im Artillerie- und Maschinengewehrfeuer unter schweren Verlusten zusammen. Der Bahnhof Chalons, der Hauptsammelort des Nachschubes für die französische Angriffsgruppe in der Champagne war, wurde mit sichtbarem Erfolge von einem unserer Luftschiffe mit Bomben belegt.

Vorkehrungen in Paris zur Abwehr der Zeppeline und Flieger. Ein franz. Maschinengewehr auf drehbarer Plattform zum Beschießen von Fliegern.

Der Bericht vom 5. Oktober besagte: Englische Handgranatenangriffe auf das Werk nördlich von Loos wurden wieder abgewiesen. Bei den vergeblichen Angriffen auf dieses Werk haben die Engländer außer den sonstigen sehr beträchtlichen Verlusten an Toten und Verwundeten über achtzig Gefangene und zwei Minenwerfer in unserer Hand gelassen. Das von den Franzosen an der Höhe nordwestlich Givenchy besetzte Grabenstück ist gestern zurückerobert, vier französische Maschinengewehre wurden dabei erbeutet. In der Champagne lag stärkeres feindliches Artilleriefeuer auf der Stellung nordwestlich von Souain, wo auch Angriffsabsichten beim Feinde erkennbar waren. Unser Artilleriefeuer verhinderte ein feindliches Vorgehen. Bei Vauquois kamen wir mit Minensprengungen dem Feinde zuvor; zahlreiche feindliche Minenstollen wurden abgequetscht. Feindliche Flieger bewarfen den Ort Biache-St.-Vaast, nordöstlich Arras, mit Bomben; ein Einwohner wurde getötet, sonst entstand kein Schaden.

Der König von Sachsen hatte anläßlich der letzten Kämpfe an der Westfront an die Generale von Kirchbach und Lucius folgende Telegramme gerichtet:

»General der Artillerie von Kirchbach. Nach Meldungen des Militärbevollmächtigten haben sich die Truppen Ihres Korps ohne Ausnahme in den schweren Kämpfen der letzten Tage ausgezeichnet geschlagen und verdienen für hervorragende Tapferkeit größte Anerkennung. Es gereicht mir zur besonderen Freude, dem Korps meine vollste Anerkennung dafür aussprechen zu können und in der wärmsten Weise allen Beteiligten zu danken. Getreu der alten ruhmreichen Tradition meiner Armee haben sie neue, unvergängliche Lorbeeren um ihre Fahnen gewunden. Sowie die Verhältnisse es erlauben, gedenke ich meine braven Soldaten persönlich zu begrüßen.«

»Generalleutnant Lucius. Nach Meldung des Kommandierenden Generals ... Armeekorps hat die Division in der Zeit, wo sie dem Korps unterstellt war, in einem besonders schwierigen Teil der Stellung in wochenlangem Ausharren unter schweren Verlusten Hervorragendes geleistet. Ich spreche den beteiligten Truppen meine besondere Anerkennung und meinen wärmsten Dank aus.«

Auf der Höhe nordwestlich Neuville wurde nach der Depesche vom 6. Oktober ein französischer Handgranaten-Angriff abgeschlagen. In der Champagne versuchten die Franzosen auch am 5. Oktober auf der bisherigen Angriffsfront die Offensive wieder aufzunehmen. Mit starkem Artilleriefeuer, das sich nachmittags zu größter Heftigkeit steigerte, glaubte der Feind unsere Stellung für den allgemein beabsichtigten Angriff sturmreif machen zu können, während er auf der ganzen Front seine Sturmtruppen bereitstellte. Unter unserem auf der feindlichen Ausgangsstellung liegenden Artilleriefeuer gelang es den Franzosen nur an einigen Stellen, ihre Truppen zum Sturm vorzubringen, und wo sie stürmten, wurden sie wieder unter schweren Verlusten zurückgeworfen. So brachen die an der Straße Somme-Py–Souain mehrfach wiederholten Sturmanläufe gänzlich zusammen, auch nördlich wie nordöstlich der Beau Séjour-Ferme und nordwestlich von Ville-sur-Tourbe waren die Angriffe völlig erfolglos.

Eine interessante Bekanntgabe brachte noch der 6. Oktober, indem die deutsche Heeresleitung schrieb: »In dem englischen Bericht vom 1. Oktober 1915 wird behauptet, daß die Engländer im Luftkampf die Oberhand über unsere Flieger gewonnen hätten. Hierüber gibt folgende Zusammenstellung den besten Aufschluß: Im Monat September sind an deutschen Flugzeugen verloren gegangen: Im Luftkampf drei, vermißt zwei, durch Abschuß von der Erde aus zwei, im ganzen also sieben Flugzeuge. Im gleichen Zeitraum verloren die Engländer im Luftkampf vier, durch Abschuß von der Erde aus eins, durch Landung in und hinter unserer Linie drei, im ganzen demnach acht Flugzeuge. Die Franzosen verloren im Luftkampf elf, durch Abschuß von der Erde aus vier und durch Landung in und hinter unserer Linie sieben, im ganzen somit 22 Flugzeuge. Es stellt sich der Gesamtverlust unserer Gegner hierdurch auf 30 Flugzeuge.«

Es war aus dieser Meldung zu ersehen, daß auch im Luftkampfe die Deutschen den Feinden weit überlegen waren.

Einer der deutschen Zeppeline hatte in der Nacht vom 3. zum 4. Oktober Châlons-sur-Marne, wo in den letzten Wochen große französische Truppenmassen zusammengezogen wurden, mit Bomben belegt. Châlons liegt ungefähr dreißig Kilometer hinter der französischen Front. Der Führer des Zeppelins war einer der Offiziere, die schon die erfolgreichen Flüge der deutschen Luftschiffe nach London und Paris mitgemacht hatten. Bei sternklarer Nacht trat das Luftschiff seine Fahrt an. Schon beim Passieren der feindlichen Linien eröffneten die Franzosen ein tolles, aber vollkommen wirkungsloses Feuer auf das Luftschiff, das wie ein langer schwarzer Streifen in sehr großer Höhe am Firmament schwebte. Nach einem Erkundungsflug über Toul und Verdun traf der Zeppelin um elf Uhr über Châlons ein. In dem kleinen Hauptort des Departements Marne muß das Erscheinen des deutschen Luftschiffes eine heillose Panik hervorgerufen haben. Die Lichter erloschen; es nützte aber nichts, denn die Nacht war so klar, daß alle militärisch wichtigen Objekte der Stadt aus dem Luftschiff wahrgenommen werden konnten. Als der Zeppelin um den Turm der Kathedrale St. Etienne seine Kreise zog, schossen Artillerie und Ballonabwehrkanonen gegen ihn, aber vollkommen ergebnislos. Viele schwere Bomben fielen auf Bahnhofsanlagen, Brücken, Kasernen und Militärbaracken. Die Explosionen waren oben deutlich hörbar; die Brände, die in der Tiefe aufflackerten, zeugten davon, daß die gesuchten Ziele getroffen und kein Wurf ergebnislos war. Auch bei der Rückfahrt beschossen die Franzosen den Zeppelin ohne Resultat. Im Morgengrauen traf der Zeppelin trotz regnerischen Wetters, das eingesetzt hatte, unversehrt in seinem Flughafen ein.

Am 7. Oktober meldete das Hauptquartier: »Die französische Offensive in der Champagne nahm ihren Fortgang. Nach starkem, nach und nach bis zur äußersten Heftigkeit gesteigerten Artilleriefeuer setzten gestern mit Tagesgrauen die Angriffe wieder ein. Nordwestlich Souain brachen unter schwersten Verlusten und Einbuße von zwei Offizieren, 180 Mann an Gefangenen sechs Massenangriffe der Franzosen zusammen. Westlich der Straße Somme-Py–Souain konnten in Richtung Ste. Marie Teile von zwei neueingetroffenen Divisionen an einer Stelle über unsere vorderste Linie vordringen. Durch sofort einsetzenden Gegenangriff wurde der Feind wieder hinausgeworfen, 12 Offiziere, 29 Unteroffiziere, 550 Mann blieben als Gefangene in unserer Hand, zwei Maschinengewehre wurden erbeutet. Oestlich der genannten Straße konnte der Feind bei seinen Massenangriffen keinen nennenswerten Erfolg erzielen. Gegen ein kleines Grabenstück östlich des Navarin-Gehöftes, in dem er sich halten konnte, ist der Gegenangriff im Gange. Nur bei und nördlich Tahure gelang es dem Feinde nach hin und her wogendem Gefecht etwa 800 Meter Raum zu gewinnen. Der Angriff kam durch unsere Gegenangriffe zum Stehen. Die Versuche des Feindes, die Stellung nördlich und nordöstlich des Beau Séjour-Gehöftes zu durchbrechen, scheiterten gänzlich. Wo der Feind bis in unsere Gräben vorstoßen konnte, wurde er niedergemacht oder gefangen genommen. Die Stellung ist restlos in unserem Besitz. Drei Offiziere, 300 Mann wurden als Gefangene abgeführt, drei Maschinengewehre dem Feinde abgenommen. Einem heftigen, aber erfolglosen Angriff in den Morgenstunden gegen die Briqueterie-Stellung nordwestlich von Ville-sur-Tourbe folgten im Laufe des Tages nur schwächere Vorstöße, die abgewiesen oder durch Artilleriefeuer im Keim erstickt wurden. Im Aisne-Tal bei Savigneul mißglückte ein schwächlicher französischer Ueberfall auf einen vorspringenden Grabenteil.«

Explosion einer Granate.

Nordöstlich von Vermelles schlug am 9. Oktober ein starker englischer Angriff unter großen Verlusten fehl. Bei einem örtlichen deutschen Angriff wurden südwestlich des Dorfes Loos kleine Fortschritte erzielt. In der Champagne griffen die Franzosen nach stundenlanger Artillerievorbereitung die Stellung östlich des Navarin-Gehöftes an, gelangten stellenweise bis in die Gräben, wurden aber durch Gegenangriff wieder hinausgeworfen und ließen bei erheblicher blutiger Einbuße einen Offizier und hundert Mann als Gefangene in unseren Händen. In Französisch-Lothringen verloren die Franzosen die vielumstrittene Höhe südlich Leintrey. Ein Offizier und siebzig Mann, ein Maschinengewehr und vier Minenwerfer blieben bei uns.

Der Bericht vom 11. Oktober lautete: »In der Gegend Souchez–Neuville und in der Champagne, nordöstlich von Le Mesnil, wurden feindliche Handgranaten-Angriffe abgewiesen. Unsere Kampfflieger erledigten gestern vier feindliche Flugzeuge. Ein englisches Flugzeug stürzte östlich von Poperinghe ab. Nordwestlich Lille zwang Leutnant Immelmann einen englischen Kampfdoppeldecker in 4000 Meter Höhe nieder; dieser Offizier hat damit innerhalb kurzer Zeit vier feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht. Ferner wurde in der Champagne bei Somme-Py und auf den Maashöhen westlich Hattonchâtel je ein französischer Kampfdoppeldecker im Luftkampf abgeschossen. Wir büßten ein Beobachtungsflugzeug südlich des Priesterwaldes ein.«

Nördlich von Arras setzten die Franzosen am nächsten Tage ihre Angriffe fort. Zwei Teilangriffe gegen die von uns am 8. Oktober südlich von Loos zurückeroberten Gräben wurden abgewiesen. Stärkere Angriffe gegen die Front von nordöstlich von Souchez bis östlich von Neuville brachen, stellenweise unter sehr erheblichen Verlusten für den Feind, zusammen. Nur an zwei Stellen gelangten die Franzosen bis in unsere vorderste Linie. Auch in der Champagne endeten französische Angriffe beiderseits Tahure mit einem empfindlichen Rückschlag für den Feind. Trotz starker Artillerievorbereitung vermochte er gestern abend nirgends einen Geländevorteil zu erringen. Seine Versuche, heute früh an derselben Stelle durchzustoßen, scheiterten ebenfalls.

Mit dem furchtbarsten Artillerieduell dauerte die blutige Herbstschlacht in der Champagne an. Nach dem Muster des September-Angriffes hatten die Franzosen auch bei der neuerlichen Wiederholung ihres Offensivstoßes versucht, durch stürmische Teilangriffe Erfolge zu erringen. Trotz haarsträubender Verschwendung von Munition und Menschenleben hatten sie keinen Erfolg von Belang zu verzeichnen. Trommelfeuer und Angriffe in diesen Tagen waren wieder von unbeschreiblicher Heftigkeit, trotzdem aber bereits von geringerer Kraft. Es wurde berechnet, daß auf der 25 Kilometer langen Kampfzone der Champagne beim Trommelfeuer des September-Angriffs von den Franzosen auf ein Geländestück von 100 Meter Breite und 1000 Meter Tiefe in der Sekunde ein Artilleriegeschoß geworfen wurde. Danach mußte der Feind durch jenen Eisenhagel fast eine Million Geschosse in der Stunde verschleudert haben, und sein Verbrauch an Artilleriemunition seit Beginn der Offensive wurde mit siebzig Millionen Artilleriegeschossen wohl zu gering angenommen. Besonders heftige Kämpfe hatten sich um das Navarin-Gehöft und die nach ihm benannte Waldung entwickelt, zu beiden Seiten der Straße Souain–Somme-Py, wo die Landstraße nach Nordosten abbiegt, und in der Höhe des östlich gelegenen Erdhügels von Tahure, eines von den Franzosen genommenen Dorfes, das so in der Feuerlinie lag, daß weder Deutsche noch Franzosen sich darin halten konnten.

Das Gelände wird nach feindlichen Fliegern abgesucht.

Englische Vorstöße nordöstlich von Vermelles wurden am 13. Oktober leicht abgewiesen. Oestlich von Souchez verloren die Franzosen wieder einige Grabenstücke, in denen sie sich bis jetzt hatten halten können. In der Champagne scheiterte am 12. Oktober ein französischer Angriff südlich von Tahure. Ein an derselben Stelle heute früh wiederholter, in mehreren Wellen geführter Angriff brach gänzlich zusammen. In den Vogesen büßten die Franzosen am Westhang des Schratzmännle einen Teil ihrer Stellung ein.

Bekannt wurde jetzt, daß die Franzosen nicht weniger als fünfzig Millionen Kanonenschüsse zur Einleitung ihrer »großen und endgültigen Siegesoffensive« abgefeuert hatten.

Der amtliche Bericht vom 14. Oktober lautete: »Während feindliche Monitore die Küste bei Westende, und die feindliche Artillerie unsere Stellungen nördlich von Ypern ohne Erfolg beschossen, setzten die Engländer fast auf der ganzen Front zwischen Ypern und Loos hinter Rauch- und Gaswolken zum Angriff an, der gänzlich scheiterte. An mehreren Stellen schlug die Rauchwolke in die feindlichen Gräben zurück. Nur nordöstlich und östlich von Vermelles konnten die Engländer in unseren vordersten Gräben an kleinen Stellen Fuß fassen, aus denen sie größtenteils mit Handgranaten schon wieder vertrieben sind. Fünf Angriffe ohne Benutzung von Rauchwolken, aber mit starken Kräften gegen die Stellungen westlich von Hulluch sind unter schweren Verlusten für den Feind abgeschlagen. Südlich, von Angres wurden dem Feinde im Gegenangriff zwei Maschinengewehre abgenommen. Bei der Säuberung der kleinen Nester, die die Franzosen auf der Höhe östlich von Souchez noch besetzt hielten, blieben 400 Mann als Gefangene in unseren Händen. In der Champagne setzten die Franzosen ihre Angriffe beiderseits von Tahure mit äußerster Erbitterung fort. Fünf Angriffe südlich, zwei nördlich der Straße Tahure–Souain brachen unter schweren Verlusten für die Angreifer zusammen. Nächtliche Angriffsversuche erstickte unser Artilleriefeuer im Keime. Auf der Combres-Höhe wurde ein feindlicher Graben von 120 Meter Länge gesprengt. In den Vogesen versuchten die Franzosen, die ihnen am 12. Oktober am Schratzmännle abgenommene Stellung zurückzunehmen. An unserem Hindernis brach ihr Angriff nieder.«

Hinzugefügt war: »Die ›Agence Havas‹, das amtliche Nachrichtenorgan der französischen Regierung, wagt zu behaupten, der im deutschen Tagesbericht vom 3. Oktober veröffentlichte Befehl des Generals Joffre sei deutscherseits erfunden. Demgegenüber wird festgestellt, daß mehrere Urabzüge des Befehls in deutschen Händen sind und daß eine große Anzahl gefangener Offiziere wie Mannschaften ihre Kenntnis des Befehls, den sie übrigens verschiedentlich in Abschrift auch bei sich führten, unumwunden zugegeben haben. Oberste Heeresleitung.«

Am 15. Oktober wurde noch gemeldet: »Nordöstlich und östlich von Vermelles sind die Engländer aus unseren Stellungen wieder hinausgeworfen; nur am Westrande der sogenannten »Kiesgrube« konnten sie sich in einem kleinen Grabenstück noch halten. In der Champagne hoben sächsische Truppen östlich von Aubérive ein Franzosennest aus, das sich in unserer Stellung seit den großen Angriffen noch gehalten hatte, machten fünf Offiziere, 300 Mann zu Gefangenen und erbeuteten mehrere Maschinengewehre. In der Nacht vom 13. zum 14. Oktober wurden die für die im Gange befindliche Operation militärisch wichtigen Bahnhöfe von Châlons und Vintry le Rancois von einem unserer Luftschiffe mit Bomben belegt.«

Offenbar um unsere Kräfte an der Westfront nach Möglichkeit zu fesseln, hatten Franzosen wie Briten also auch in der ersten Oktoberhälfte eine lebhafte Angriffstätigkeit entfaltet. Den Briten schien der Wind günstig, und so unternahmen sie denn fast auf der ganzen Front zwischen Ypern und Loos Gasangriffe. Aber konnte bei diesen Gasangriffen zu Beginn der neuen Offensive noch das Ueberraschungsmoment, wenigstens bis zu einem gewissen Grade, mit Erfolg angewendet werden, so wurde das Gas diesmal völlig nutzlos verpufft. Ja, der tückische Stoff wandte sich teilweise gegen den Angreifer selbst. Nur im Nordosten und Osten von Vermelles (südöstlich La Bassée) konnten die Engländer sich in einzelnen kleinen Stellen der vordersten Gräben festsetzen, die sie aber bei Ausgabe unseres Generalstabsberichts schon zum größten Teil wieder verloren hatten. Auch fünf gasfreie Angriffe der Briten auf unsere Stellungen westlich Hulluch (östlich Vermelles an der Straße La Bassée–Lens) wurden blutig abgeschlagen.

In dem anschließenden, von den Franzosen besetzten Frontabschnitte nördlich Arras konnten wir weiterhin zu erfolgreichen Gegenangriffen übergehen. Südlich Angres (an der Loretto-Höhe) nahmen wir zwei Maschinengewehre, östlich Souchez vertrieben wir die Franzosen aus einer Reihe der kleinen Nester, in denen sich der Feind gleichsam an die Höhenstellung angeklebt hatte.

Gleichzeitig mit den Briten stürmten die Franzosen in der Champagne vor. Die Gegend von Tahure erschien ihnen immer mehr als die eigentliche Einbruchsstelle; hier hoffte der Feind anscheinend am raschesten zu der Querbahn Bétheniville–Challerange zu kommen, die hinter unsere Front führte. Aber ihre mit »äußerster Erbitterung« geführten Angriffe brachen unter schweren Verlusten zusammen. Nächtliche Wiederholungen wurden durch unser Artilleriefeuer im Keime erstickt; wie ja überhaupt die verhältnismäßig schmale Angriffsfront, die sich die Franzosen zu ihrer neuerlichen Offensive ausgesucht hatten, dem flankierenden Artilleriefeuer der Unseren ein besonders gutes Schußfeld bot. So konnten wir denn auch der Entwicklung dieser neuerlichen Offensivstöße, die auch noch von einer vollkommen wirkungslosen Demonstration feindlicher Monitore an der flandrischen Küste begleitet waren, in voller Zuversicht entgegenblicken. Die fortgesetzten Mißerfolge, die schweren Opfer mußten je länger, je mehr die Angriffskraft des Feindes erschüttern. Mut und Ausdauer unserer lebenden Mauer im Westen aber konnten durch diese sichtbaren Erfolge unerschütterlichen Ausharrens nur noch mehr gekräftigt werden. Und der französische Generalissimus mochte seine Pariser Telegraphen-Agentur noch so oft in Bewegung setzen, es konnte ihm nicht gelingen, den Mißerfolg seiner Durchbruchsversuche zu leugnen.

Die wundervollen Leute.

Professor Wegner erzählte uns von seinen Erlebnissen hinter der Front während der ersten drei Tage der Riesenschlacht in der Champagne. Der Oberkommandierende sagte ihm: Es war ein ungeheurer Angriff – er sprach das Wort mit lebhafter Betonung – mit größter Wucht und Anstrengung von den Franzosen geführt. Das Artilleriefeuer, mit dem sie ihn eingeleitet hätten, sei unerhört und beispiellos gewesen; er habe nie etwas Aehnliches erlebt. Die Winterschlacht wäre ein Kinderspiel dagegen gewesen. Aber wir hätten trotzdem die ganze Sache, auch zu Anfang, vollständig gehalten, wenn nicht an einer schwachen Stelle der Gegner durchgebrochen wäre. Doch dies seien Zwischenfälle und Schwankungen, mit denen man eben im Kriege rechnen müsse. »Wir wollen schon sehen, daß wir es wieder ausgleichen.« Am nächsten Morgen war der Oberbefehlshaber, auf dessen Schultern in diesen gewaltigen Tagen die ganze Verantwortung ruhte, noch freudiger. Die Nacht war gut verlaufen, die Sache stand zunehmend günstig. Es brach eine Rührung bei ihm heraus, als er von der herrlichen Haltung seiner Truppen sprach. Es sind ganz unvergleichliche Leute; das Herz schwillt einem immer vor Freude und Dank, wenn man die wundervolle Art dieser Männer sieht. – Der Professor erzählte weiter: Leichtverwundete kamen zurück. Sichtlich aufs tiefste erregt von dem Erlebten, glühend im Nachfeuer des Kampfes, zum Teil noch ein wenig wie taumelig. In überstürzten Worten berichteten sie von dem fürchterlichen Feuer in den Gräben, den Sappen, von dem grimmigen Kampf Mann gegen Mann. Alle – und das ist ein so prachtvoller Zug unseres Soldaten – ließen dem Todesmut der Franzosen größte Achtung zukommen; niemand brauchte irgend ein Schimpfwort gegen den Gegner. Alle aber sprühten von glühendem Eifer für die Sache; der Sieg war jedes Einzelnen persönlichste Angelegenheit. In dieser Hinsicht gab es auch nicht eine leise Schattierung von etwas anderm. So habe ich es noch nie erlebt. Die Leute waren ganz verwandelt; das waren keine kleinbürgerlichen Existenzen mehr, keine Maurer, Schlosser, Tischler, Krämer; versunkene Jahrtausende waren in ihnen lebendig geworden. Das waren vom Scheitel bis zur Sohle alte Germanenkrieger, feurig, stolz, hochgehoben im Kampf über das Gemeine. Es war hinreißend schön.

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