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Gutenberg > Johann Wolfgang von Goethe >

Für Lavater verfasste Erklärung

Johann Wolfgang von Goethe: Für Lavater verfasste Erklärung - Kapitel 1
Quellenangabe
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typeessay
authorJohann Wolfgang von Goethe
titleFür Lavater verfasste Erklärung
booktitleWerke 1.2.: Fragmente
publisherCarl Hanser Verlag
year1990
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Johann Wolfgang von Goethe

(Für Lavater verfasste Erklärung)

In dem 131. Stücke dieses Journals, hat man unter andern Büchern, nebst einigen Predigten von mir, abermals eine Schrift: Der glücklich besiegte Landvogt, feilgeboten. Als diese, von mehr als einer Seite, fehlerhafte Bogen, deren Inhalt ich weder gesammelt, noch zur Herausgabe mitgeteilt, vor mehreren Jahren ans Licht kamen, bezeugte ich sogleich mein Mißfallen darüber, und sehe mich genötigt, solches bei gegenwärtiger, ganz ungehöriger Aufstellung derselben aufs neue vorm Publico zu tun. Man hat zugleich mit meinen neusten Predigten, deren Druck ich zugelassen, gedachte Schrift wieder angekündigt, und dieses konnte zu dem mir schmerzlichen Verdachte, in, und außer meinem Vaterlande, Anlaß geben: als habe ich entweder eine neue Ausgabe derselben veranstaltet, oder doch eine weitere Verbreitung bewürken wollen.

Ich sage es daher im Angesichte der Herausgeber und Ankündiger: daß ich an der ganzen Sache nicht den geringsten Anteil habe. Ohne weitere Verteidigung meines Charakters, hoffe ich noch so viel Glauben zu verdienen, und ohne weitere Klage über die Unbilligkeit, womit man mich hier wieder eines ganz unwahrscheinlichen Vergehens beschuldigen mögen, wünsch ich nur denen rechtschaffenen, würdigen Personen die sich dadurch gekränkt und beleidigt halten konnten, hiermit genug getan zu haben. Und o! vermocht ich schließlich Freunden und Feinden recht lebendig ans Herz zu legen, wie grausam der Mensch durch zweckloses Anekdotentragen, und liebloses, an sich oft unbedeutendes Nachreden, seines Bruders Ruhe vergiften, ja dessen bürgerliches Verhältnis untergraben kann.

Zürich den 1. Sept. 1774.

J. C. Lavater

 

(Anteil an Lavaters Physiognomischen Fragmenten)

(Klopstock)

. . . Diese sanftabgehende Stirne bezeichnet reinen Menschenverstand; ihre Höhe über dem Auge Eigenheit und Feinheit; es ist die Nase eines Bemerkers; in dem Munde liegt Lieblichkeit, Präzision, und in der Verbindung mit dem Kinne, Gewißheit. Über dem Ganzen ruht ein unbeschreiblicher Friede, Reinheit und Mäßigkeit . . . .

 

(Homer)

. . . Also in beiden nicht Homer! Drum sei mir erlaubt, die Gefühle über dessen Buste, die in Gyps Abguß vor mir steht, und die jeder Liebhaber so oft zu sehen Gelegenheit hat, hier niederzulegen, bis etwa in folgenden Teilen eine glückliche Nachbildung desselben aufgestellt werden kann.

Tret ich unbelehrt vor diese Gestalt; so sag ich: Der Mann sieht nicht, hört nicht, fragt nicht, strebt nicht, wirkt nicht. Der Mittelpunkt aller Sinne dieses Haupts ist in der obern, flach gewölbten Höhlung der Stirne, dem Sitze des Gedächtnisses. In ihr ist alles Bild geblieben, und alle ihre Muskeln ziehen sich hinauf, um die lebendigen Gestalten zur sprechenden Wange herabzuleiten. Niemals haben sich diese Augbraunen niedergedrängt, um Verhältnisse zu durchforschen, sie von ihren Gestalten abgesondert zu fassen, hier wohnt alles Leben willig mit und neben einander.

Es ist Homer!

Dies ist der Schädel, in dem die ungeheuren Götter und Helden so viel Raum haben, als im weiten Himmel und der grenzlosen Erde. Hier ist's, wo Achill

          μεγας μεγαλωστι τανυσϑεις
Κειτο!

Dies ist der Olymp, den diese rein erhabne Nase wie ein andrer Atlas trägt, und über das ganze Gesicht solche Festigkeit, solch eine sichere Ruhe verbreitet.

Diese eingesunkne Blindheit, die einwärts gekehrte Sehkraft, strengt das innere Leben immer stärker und stärker an, und vollendet den Vater der Dichter.

Vom ewigen Sprechen durchgearbeitet sind diese Wangen, diese Redemuskeln, die betretnen Wege, auf denen Götter und Heroen zu den Sterblichen herabsteigen; der willige Mund, der nur die Pforte solcher Erscheinungen ist, scheint kindisch zu lallen, hat alle Naivetät der ersten Unschuld; und die Hülle der Haare und des Barts, verbirgt und verehrwürdiget den Umfang des Haupts.

Zwecklos, leidenschaftlos ruht dieser Mann dahin, er ist um sein selbst willen da, und die Welt, die ihn erfüllt, ist ihm Beschäftigung und Belohnung.

 

Von der Physiognomik überhaupt

Zugabe

Man wird sich öfters nicht enthalten können, die Worte Physiognomie, Physiognomik in einem ganz weiten Sinne zu brauchen. Diese Wissenschaft schließt vom Äußern aufs Innere. Aber was ist das Äußere am Menschen? Wahrlich nicht seine nackte Gestalt, unbedachte Gebärden, die seine innern Kräfte und deren Spiel bezeichnen! Stand, Gewohnheit, Besitztümer, Kleider, alles modifiziert, alles verhüllt ihn. Durch alle diese Hüllen bis auf sein Innerstes zu dringen, selbst in diesen fremden Bestimmungen feste Punkte zu finden, von denen sich auf sein Wesen sicher schließen läßt, scheint äußerst schwer, ja unmöglich zu sein. Nur getrost! Was den Menschen umgibt, wirkt nicht allein auf ihn, er wirkt auch wieder zurück auf selbiges, und indem er sich modifizieren läßt, modifiziert er wieder rings um sich her. So lassen Kleider und Hausrat eines Mannes sicher auf dessen Charakter schließen. Die Natur bildet den Menschen, er bildet sich um, und diese Umbildung ist doch wieder natürlich; er, der sich in die große weite Welt gesetzt sieht, umzäunt, ummauert sich eine kleine drein, und staffiert sie aus nach seinem Bilde.

Stand und Umstände mögen immer das, was den Menschen umgeben muß, bestimmen, aber die Art, womit er sich bestimmen läßt, ist höchst bedeutend. Er kann sich gleichgültig einrichten wie andere seines gleichen, weil es sich nun einmal so schickt; diese Gleichgültigkeit kann bis zur Nachlässigkeit gehen. Eben so kann man Pünktlichkeit und Eifer darinnen bemerken, auch ob er vorgreift, und sich der nächsten Stufe über ihm gleichzustellen sucht, oder ob er, welches freilich höchst selten ist, eine Stufe zurück zu weichen scheint. Ich hoffe, es wird niemand sein, der mir verdenken wird, daß ich das Gebiet des Physiognomisten also erweitere. Teils geht ihn jedes Verhältnis des Menschen an, teils ist auch sein Unternehmen so schwer, daß man ihm nicht verargen muß, wenn er alles ergreift, was ihn schneller und leichter zu seinem großen Zwecke führen kann.

 

Einige Gründe der Verachtung und Verspottung der Physiognomik

Zugabe

Nun noch einige Worte von der Gleichgültigkeit gegen die Physiognomik, denn diese und nicht so wohl Verachtung und Haß werden wir bei den meisten Menschen antreffen. Es ist ein Glück für die Welt, daß die wenigsten Menschen zu Beobachtern geboren sind. Die gütige Vorsehung hat jedem einen gewissen Trieb gegeben; so oder anders zu handeln, der denn auch einem jeden durch die Welt hilft. Eben dieser innere Trieb kombiniert auch mehr oder weniger die Erfahrungen, die der Mensch macht, ohne daß er sich dessen gewissermaßen selbst bewußt ist. Jeder hat seinen eigenen Kreis von Wirksamkeit, jeder seine eigene Freude und Leid, da er denn durch eine gewisse Anzahl von Erfahrungen bemerkt, was ihm analog ist, und so wird er nach und nach im Lieben und Hassen auf das festeste bestätigt. Und so ist sein Bedürfnis erfüllt, er empfindet auf das deutlichste, was die Dinge für ein Verhältnis zu ihm haben, und daher kann es ihm einerlei sein, was für ein Verhältnis sie unter einander haben mögen. Er fühlt, daß dies und jenes so oder so auf ihn wirkt, und er fragt nicht, warum es so auf ihn wirkt, vielmehr läßt er sich dadurch auf ein oder die andre Weise bestimmen. Und so begierig der Mensch zu sein scheint, die wahre Beschaffenheit eines Dings, und die Ursachen seiner Wirkungen zu erkennen, so selten wird's doch bei ihm unüberwindliches Bedürfnis. Wie viel tausend Menschen, selbst die sich einbilden, zu denken und zu untersuchen, beruhigen sich mit einem qui pro quo auf einem ganz beschränkten Gemeinplatze. Also wie der Mensch ißt und trinkt und verdaut, ohne zu denken, daß er einen Magen hat, also sieht er, vernimmt er, handelt, und verbindet seine Erfahrungen, ohne sich dessen eigentlich bewußt zu sein. Eben so wirken auch die Züge und das Betragen anderer auf ihn, er fühlt, wo er sich nähern oder entfernen soll, oder vielmehr, es zieht ihn an, oder stößt ihn weg, und so bedarf er keiner Untersuchung, keiner Erklärung.

Auch hat ein großer Teil Menschen vor der Physiognomik als einer geheimnisvollen Wissenschaft eine tiefe Ehrfurcht. Sie hören von einem wunderbaren Physiognomisten mit eben so viel Vergnügen erzählen, als von einem Zauberer oder Tausendkünstler, und obgleich mancher an der Untrüglichkeit seiner Kenntnisse zweifeln mag, so ist doch nicht leicht einer, der nicht was dran wendete, um sich von so einem moralischen Zigeuner die gute Wahrheit sagen zu lassen.

Lassen wir nun Hässer, Verächter und Gleichgültige, jeden in seiner Art und Wesen, wie viele sind nicht wieder, denen dieses Buch als das was es ist, willkommen sein wird. Es wäre ein törichtes Beginnen, alle Menschen auf einen Punkt, und wenn dieser Punkt die Menschheit selbst wäre, aufmerksam machen zu wollen. Wem es ein Bedürfnis ist, täglich an der menschlichen Natur nähern und innigern Anteil zu nehmen, wer nicht Not hat, sich in eine kalte Beschränktheit zu verstecken, nicht durch eine anhaltende Verachtung anderer sich empor zu halten nötig hat, der wird mit viel Freude seinen eigenen Gesinnungen begegnen und seine innern Gefühle manchmal in Worte ausgebildet sehen.

 

Von den oft nur scheinbaren Fehlschlüssen des Physiognomisten

Zugabe

Mit physiognomischen Gefühlen und Urteilen geht es wie mit allen Gefühlen und Urteilen. Wenn man Mißverstand verhüten, keinen Widerspruch dulden wollte, müßte man damit sich gar nicht an Laden legen.

Keinem Menschen kann die Allgemeinheit zugestanden werden, sie wird keinem zugestanden. Das, was ein Teil Menschen als göttlich, herrlich, überschwenglich anbeten, wird von andern als kalt, als abgeschmackt verworfen. Nicht aber, daß ich dadurch wieder in die alte Nacht mich schlafen legen, und so eindämmernd hinlallen wollte: also hält einer das vor schön und gut, der andere das; also ist alles unbestimmt, also packt ein mit eurer Physiognomik. Nicht so! Wie die Sachen eine Physiognomie haben, so haben auch die Urteile die ihrige, und eben daß die Urteile verschieden sind, beweist noch nicht, daß ein Ding bald so, bald so ist. Nehmen wir zum Beispiel ein Buch, das die Freuden und das Elend der Liebe mit den lebhaftesten Farben schildert. Alle junge Leute fallen drüber her, erheben, verzehren, verschlingen es; und ein Alter, dem's unter die Hände kommt, macht's gelassen oder unwillig zu, und sagt: »Das verliebte Zeug! Leider, daß es in der Welt so ist, was braucht man's noch zu schreiben?«

Lassen Sie nun von jeder Seite einen Kämpfer auftreten! Der eine wird beweisen, daß das Buch vortrefflich ist, der andere, daß es elend ist! Und welcher hat Recht? Wer soll's entscheiden? Niemand, denn der Physiognomist. Der tritt dazwischen und sagt: begebt euch zur Ruh, euer ganzer Streit nährt sich mit den Worten fürtrefflich und elend. Das Buch ist weder fürtrefflich noch elend. Es hat nur deine ganze Gestalt, guter Jüngling, es enthält alles, was sie bezeichnet: diese blühende Wange, diesen hoffenden Blick, diese vordringende Stirn; und weil dir's gleich sieht, weil es vor dir steht, wie du vor dir selbst oder deinem Spiegel, so nennst du's deines Gleichen, oder welches eins ist, deinen Freund, oder welches eins ist, fürtrefflich. Du Alter hingegen würdest ein Gleiches tun, wenn diese Blätter so viel Erfahrung, Klugheit, praktischen Sinn enthielten.

Sind Sie nun wohl überzeugt, daß, wie das Buch seine Physiognomie hatte, also haben auch die Urteile die ihrige, und daß hier nur durch den dritten Ruhigen jedem sein Platz angewiesen werden konnte.

Nun aber ist der Dritte immer ruhig? Neigt er sich nicht auch oft nach seines Gleichen? Gut! dafür ist auch er Mensch, und darum geben wir hier nur Beiträge, nur Fragmente, die auch ihre Physiognomie haben, und wenn die, so darüber urteilen werden, sich auch treu bleiben; so wird jedes Urteil ein Beitrag zu unsern Fragmenten sein.

Alles wirkt verhältnismäßig in der Welt, das werden wir noch oft zu wiederholen haben. Das allgemeine Verhältnis erkennet nur Gott; deswegen alles menschliche, philosophische und so auch physiognomische Sinnen und Trachten am Ende auf ein bloßes Stottern hinauslauft. Und wenn zugestanden ist: daß in der Dinge Reihe viel mißlingt, warum sollte man von einer Reihe dargestellter Beobachtungen viel harmonische Konsistenz erwarten?

 

Ein Wort über die Nase

Es ist, glaube ich, schon irgendwo gesagt: Ich halte die Nase für die Wiederlage des Gehirns. Wer die Lehre der gotischen Gewölbe halbweg einsieht, wird das Gleichniswort Wiederlage verstehen. Denn auf ihr scheint eigentlich alle die Kraft des Stirngewölbes zu ruhen, das sonst in Mund und Wange elend zusammenstürzen würde.

 

Genie

Das Urgenie, dessen Denken – Anschauen, dessen Empfindung – Tat, dessen Tat unwidertreiblich und unaustilgbar ist: – das hat seinen Hauptausdruck, und das Siegel Gottes – nicht im obern Teil der Stirne – nicht im Blick und Augausdruck allein sondern vornehmlich in einer breiten, jedoch über dem Sattel etwas gerundeten, gedrängten, etwas vorgebogenen Nasenwurzel, da wohnen, (nach dem vortrefflichen Ausdruck eines neuerlichen Schriftstellers, den man mit mir zu verwechseln mir die höchst unverdiente Ehre antat,) da wohnen fürchterliche Leiden, verschlungen in die Riesenkraft, die sie trägt, und überwindet – eingewurzelte Festigkeit und Fülle des Geistes.

 

Judas und Compagnie nach Rembrand

Nach dem Thomas von Raphaels Schöpfung, ist höchst merkwürdig zu sehn, wie Rembrand den gerad entgegengesetzten Vorwurf in seiner Laune behandelt hat. Auch dieses Blatt bestätigt die Wahrheit: daß moralische Zerrüttung, Zerrüttung der Physiognomie ist. Wie lebhaft ist dieses Stück, und besonders die drei Hauptfiguren empfunden. Der vorderste gekrümmtstehende ist der Urheber und Ausführer der ganzen Tat. Nicht widrig sind an ihm Mund und Auge, aber dieses Verhältnis von Stirn und Nase, das tückische Beugen, das durch die überstrebenden Falten noch vermehrt wird, bezeichnen ihn hinlänglich. Er winkt dem gegen ihm über Sitzenden die Hoffnung der wohl zu vollendenden Tat zu, der ihm mit innigfreudigem Blicke antwortet. Stirn und Nase dieses Sitzenden sind edel, aber in dem Auge liegt Tücke und Kleinmut, aus der Wange lächelt niedrige Gefälligkeit, und eine kindische Hoffnung schwebt auf der Unterlippe. Judas bemerkt nicht, daß diese beide sich über ihn beschäftigen. Der Ausdruck der niedrigsten Habsucht ist seinem Gesichte eingeprägt. Vergangene Niederträchtigkeit und zukünftige macht ihm bange, und der Anblick des Geldes ist ihm nur ein Moment ängstlicher Erholung.

 

Über einige Umrisse aus Wests Pylades und Orest

. . . diese Köpfe alle sind eine neue Bestätigung, unserer schon oft geäußerten Behauptung – Es ist Harmonie zwischen körperlicher und moralischer Schönheit.

Zuerst denn die 4 weiblichen Köpfe. Wie herrlich der Kopf der Iphigenie, obgleich das große tiefe Gefühl des herannahenden Menschenopfers gänzlich darinne vermißt wird. Dieses trübfreundliche Auge, dieser freundlich atmend geöffnete Mund, kündigt keiner Taube den Tod an . . . Ein Grad des unbekannten geheimnisvollen Gefühls ist vortrefflich ausgedrückt, nur das Gefühl der Jünglingeopfernden Priesterin gewiß nicht.

. . . Die hinterste Figur mit dem aufgebundenen Haarzopf hat viel Ausdruck, sie scheint zu sagen: Soll es denn sein! – nein, es kann nicht sein!

. . . Bei solchen und andern Mängeln dieser Gesichter, wird man sie jedoch immer noch schön genug finden, um sie nicht für lasterhaft erklären zu dürfen . . .

Nun die männlichen Köpfe im untern Oval. Orest in der Mitte. Hier ist der Ausdruck selbstgelassener fester Wehmut um einen Wink verfehlt. Aber auch so, noch immer edel, groß, und gut. Wie wahr das Ganze, die absinkende Lippe, das geneigte Haupt, die leise abwallenden Locken; und wie kontrastierend dagegen der duldende Nacken des kraushaarigen, frischbärtigen Freundes, dessen angedrängtes Kinn, geschlossener Mund, aufgezogenes Nasläppchen, alles, Festigkeit, Selbstgelassenheit, ruhige Erwartung des Schicksals bezeichnet. Das Auge sagt zu wenig, wie war aber auch so ein Blick zu kopieren?

Der grimmige Soldat ist nichts mehr und weniger als eine akademische theatralische Flickgestalt, doch ist Trutz und Härte ganz gut ausgedrückt, ob mir gleich bei Erblickung eines solchen Kopfes immer ist, als wenn ich eine wohl ausgesprochene alltägliche Sentenz läse.

 

Ein Kopf nach Raphael

In großer inniger Bewegung ist die Seele gewiß! Und diese Seele hat Kraft! Kraft bildet diese Augbraune; Kraft treibt die Stirne bei diesen Augbraunen so stark heraus; Kraft ist's, die dem Auge diesen festen scharfen Umriß gibt, dieses Feuer in den Blick treibt; Kraft, die den äußern Umriß der Nase, besonders der Spitze, so formt, so beschneidet; Kraft ist im Umrisse des Kinns und der ganzen Kinnlade. –

Aber widersprechende Schwachheit in der allzutiefen Höhlung der Nasenwurzel beim Aug, und kraftlos ist das Ohr. –

Aber dann wiederum, die Stellung, wie seelevoll! wie harmonierend mit dem Blicke! –

Ein Kopf nach Raphael

Mir scheint es am meisten einen gefühlvollen Denker zu bezeichnen, dessen Herz lange schon einer Wahrheit ahndend entgegen schlug, und worüber sich in seiner Stirne Glauben und Zweifel wechselsweise bewegten – und auf einmal steht vor ihm die sinnliche Gewißheit dessen, was er ahndete, hoffte. Sein Aug und Augbraunen heben sich in freudig schauendem Triumph, in seiner Stirne gründet sich ewige Bestätigung, und sein nun ganz frei schlagendes Herz drängt sich auf der liebenden Lippe dem ersehnten Gegenstande zu. Kurz, mir ist es der Mann, der durch ein sinnliches Wunder für viel Lieben, Sinnen und Drang belohnt wird.

 

Ein zweiter Kopf nach Raphael

. . . nur das Kinn geht nicht genug ins Blatt hinein, und der Einschnitt unten verdirbt alle Wirkung, indem er nach der obern Lage des Kopfs von der Runde des Backen bedeckt sein müßte. Dadurch bekommt der Kopf ein falsches Ansehn, und man weiß nicht, wodurch der reine feste Eindruck gestört wird.

Freilich ist auch das Auge zu graß. Doch ist die gepackte Stirne, der parallele Rücken der Nase, die Fülle der Wange ganz trefflich; und die übermäßig vorstehende Oberlippe ein Beispiel zur Bemerkung, wie Raphael, um Wahrheit, Bedeutung und Wirkung hervorzubringen, selbst die Wahrheit geopfert. Schau einen Augenblick hinweg und dann wieder hin! scheint sie nicht zu sprechen? Zwar spricht die ganze Stellung, in ihrer kleinsten Linie. Aber wo konzentriert sich alles? – Auf der Oberlippe! Indem dein Aug' eine wahre proportionierte Lippe erwartet, wird es hervorgeführt, die verlängerte Lippe scheint sich zu bewegen, und indem du dich bemühst, sie in Gedanken zurück zu bringen, bewegt sie sich immer aufs neue vorwärts; auch ruht wirklich die ganze Kraft der Gestalt auf dieser Oberlippe.

 

Rameau

Sieh diesen reinen Verstand! – ich möchte nicht das Wort Verstand brauchen – Sieh diesen reinen, richtigen, gefühlvollen Sinn, der's ist, ohne Anstrengung, ohne mühseliges Forschen! Und sieh dabei diese himmlische Güte!

Die vollkommenste, liebevollste Harmonie hat diese Gestalt ausgebildet. Nichts Scharfes, nichts Eckigtes an dem ganzen Umrisse, alles wallt, alles schwebt ohne zu schwanken, ohne unbestimmt zu sein. Diese Gegenwart wirkt auf die Seele, wie ein genialisches Tonstück, unser Herz wird dahingerissen, ausgefüllt durch dessen Liebenswürdigkeit, und wird zugleich festgehalten, in sich selbst gekräftigt, und weiß nicht warum? – Es ist die Wahrheit, die Richtigkeit, das ewige Gesetz der stimmenden Natur, die unter der Annehmlichkeit verborgen liegt.

Sieh diese Stirne! diese Schläfe! in ihnen wohnen die reinsten Tonverhältnisse. Sieh dieses Auge! es schaut nicht, bemerkt nicht, es ist ganz Ohr, ganz Aufmerksamkeit auf innres Gefühl. Diese Nase! Wie frei! wie fest! ohne starr zu sein – und dann, wie die Wange von einem genüglichen Gefallen an sich selbst belebt wird, und den lieben Mund nach sich zieht! und wie die freundlichste Bestimmtheit sich in dem Kinne rundet! Dieses Wohlbefinden in sich selbst, von umherblickender Eitelkeit, und von versinkender Albernheit gleichweit entfernt, zeugt von dem innern Leben dieses trefflichen Menschen.

 

Beschluss

Lied eines physiognomischen Zeichners

Ach daß die innre Schöpfungskraft
Durch meinen Sinn erschölle!
Daß eine Bildung voller Saft
Aus meinen Fingern quölle!
Ich zittre nur und stottre nur
Und kann es doch nicht lassen;
Ich fühl' ich kenne dich, Natur,
Und so muß ich dich fassen.

    Wenn ich bedenk' wie manches Jahr
Sich schon mein Sinn erschließet,
Wie er, wo dürre Heide war,
Nun Freudenquell genießet;
Da ahnd' ich ganz Natur nach dir,
Dich frei und lieb zu fühlen,
Ein lust'ger Springbrunn wirst du mir
Aus tausend Röhren spielen;
Wirst alle meine Kräfte mir
In meinem Sinn erweitern,
Und dieses enge Dasein hier
Zur Ewigkeit erweitern.

den 19. April 1775

 

Isaac Neuton

Vier schattierte Köpfe

Wir haben hier vier Kopien von Kopien – die alle einen großen außerordentlichen Mann – aber denselben Mann in sehr ungleichem Lichte zeigen.

 

1.

Das erste wird wohl das beste sein?

Voll innerer Kraft die Augen, den Gegenstand zu fassen; ihn zu ergreifen, nicht bloß zu beleuchten; nicht ihn ins Gedächtnis aufzuhäufen; sondern ihn zu verschlingen, und in das große All, das im Haupte ist, immanieren zu lassen. – Augen voll Schöpfungskraft – und Augenbraunen voll der lichtvollsten, solidesten Fruchtbarkeit.

Die Stirn ist zu unbestimmt schattiert; doch ist sie vielfassend und Gedanken schaffend. Mehr hohes, gewaltiges Denken, als abstraktes scheint sie auszudrücken. Mächtiger Drang, Drang der Zuversicht und der Gewißheit schwebt drauf.

Markige Nase – lieblich zufrieden, nicht selbstgefällige Lippe; festes, redliches Kinn.

Die rechte, nicht hängende, nicht angestrengte Wange – wie viel besser, weniger gravitätisch, als im zweiten? – wie, obgleich verschliffen und unbestimmt – wie viel zutraulicher, als der übrigen!

Auffallend ist die Reinheit, die Ruhe des Ganzen, bei der sichtbaren innern Anstrengung – Anstrengung mit Glauben an sich selbst.

 

2.

Das Grobe, Bürgerliche liegt im Verschobenen des Kreuzes, der dadurch zu breiten Backe, der Hängwange. Nichts als Kraft ist von Neuton übrig geblieben.

Ein Republikaner ist's, der, ohne zu befehlen, herrscht, immer widerstehen muß, viele Geschäfte geordnet, eingerichtet, gebaut hat. Wie fest ergreift er sinnlichen Eindruck, – macht prüfenden Entwurf, nicht ohne Zutrauen zu sich und seiner übermannenden Kraft.

An der Nase das Aufgezogene gehässige – und das Fleischige unbedeutende zusammen, machen einen fatalen Effekt . . .

 

4.

Antikisiert! unwahr, aber groß! Ein Mann von Wissen und Tat.

Die Stirn, wie gedrängt in Erinnerung von Würkungen! Ahndung künftiger Seelennot in gegenwärtiger Kraft! . . .

Die Nase im Ganzenlauter Kraft, Entschlossenheit, Klugheit; doch um die Spitze und Flügel etwas wenig – Ungehöriges.

Die Lippe Widerhalt – innerer Kraft.

 

Scipio

Hohe, gewaltige, immer gegenwärtige Heldenkraft, Widerstand, Adel, und Güte. Der Knochenbau des Kopfs und die Bildung des Ganzen höchst gewaltig und fest. Daß aber die Muskeln etwas schlaffes und schwammichtes haben, ist wahrscheinlich Fehler der Zeichnung: dadurch schwebt eine Schattierung von moralischer Schwäche, Beschränktheit und Langsamkeit über der Gestalt. Unbeweglich in seinen Verhältnissen ist der Mann, stets den Augenblick ergreifend, immer Taten und Handlungen und Schicksale vergleichend, und mit sich verbindend. Kein Zug von unteilnehmendem, allgemeinem Forschen. Befestiger seiner Stadt und selbst Bollwerk.

Man vergleiche nachstehende kraft- und gefühllose, aufgedunsene, schlaffe Karikatur, mit jener erhabenen Mannheit.

 

Titus

Wieder ein ganzer trefflicher Mann, was auch durch die ableitenden Nachbildungen verloren worden sein mag. Gewißheit seiner selbst, Beständigkeit, reine Erkenntnis dessen, was ihn umgibt. Die Stirn und Augenknochen auf dem Bilde hier teils unbestimmt, teils verzogen, doch noch immer Festigkeit, Scharfsinn, Hochsinn. In dem fast ganz vernachlässigten Auge noch immer Feinheit. Höchst edel und trefflich die Nase. Der Mund von bestimmter Weisheit und Güte träufelnd, Behaglichkeit der Wangen, und Säulenkraft des Nackens. Wie viel weniger von allem diesem in der Vignette, und doch noch Kraft und Adel genug. Und nun nur einen vergleichenden Blick von der Lippe des Titus auf der großen Platte zur Lippe des Nero hier unten.

 

Tiberius

Ein edler Mann! Mehr unbehaglich und unglücklich, als grimmig und böse. Und ist das nicht die Grundlage zu vielen Tyrannen?

Ein böser Geist vom Herrn ist über ihm, sein Herz ist gedrängt, schwarze Bilder schweben vor seiner Stirne, er zieht sie widerstrebend zusammen, will mit dem unmutigen Herrscherblicke die Geisterscharen vertreiben, es gelingt ihm nicht. Unmutiges Nachdenken quält ihn. Vergebens, daß über seinen Augen reiner Verstand wohnen, in lichten Verhältnissen sich weiden könnte! Sein Blut, schwarz wie sein Haar, färbt ihm alle Vorstellungen nächtlich. Halb grimmig hebt sich die Nase; leiser, ängstlicher Trutz ist im gehobenen Munde; scheu und doch fest ist das ganze Wesen. Man bringe in Gedanken alle Züge zur Ruhe, gieße in seine Adern wenige Züge besänftigender, belebender, schaffender Frühlingsluft, verdünne sein Blut, und spüle die Zerstörungsbegier, die von ihm selbst beginnt, ihm aus den Sinnen; so habt ihr ihn zum großen, edeln, guten Manne wiedergeboren. Das scheint mir dieses Bild zu sagen. Wer entscheidet, wie viel Ähnlichkeit mit Tiberen es habe? Eine tiefe Verborgenheit, die den Hauptzug seines Charakters ausmachte, ist auch hier ausgedrückt. Allein das getreueste Bild würde kaum den so veränderlichen und seltsam gemischten Menschen, wie uns Sveton und Tacitus ihn geben, in seiner Fülle darstellen können.

 

Brutus

Welche Kraft ergreift dich mit diesem Anblicke! Schau die unerschütterliche Gestalt! Diesen ausgebildeten Mann, und diesen zusammen geknoteten Drang. Sieh das ewige Bleiben und Ruhen auf sich selbst. Welche Gewalt und welche Lieblichkeit! Nur der mächtigste und reinste Geist hat diese Bildung ausgewürkt.

Eherner Sinn ist hinter der steilen Stirne befestigt, er packt sich zusammen, und arbeitet vorwärts in ihren Höckern, jeder, wie die Buckeln auf Fingals Schild von heischendem Schlacht- und Tatengeiste schwanger. Nur Erinnerung von Verhältnissen großer Taten ruht in den Augenknochen, wo sie durch die Naturgestalt der Wölbungen zu anhaltendem mächtig würksamen Anteil zusammen gestrengt wird. Doch ist für Liebe und Freundschaft in der Fülle der Schläfe ein gefälliger Sitz überblieben – Und die Augen! dahin blickend. Als des Edlen, der vergebens die Welt außer sich sucht, deren Bild in ihm wohnt, zürnend und teilnehmend. Wie scharf und klug das obere Augenlid; wie voll, wie sanft das untere! Welche gelinde kraftvolle Erhabenheit der Nase! Wie bestimmt die Kuppe, ohne fein zu sein, und die Größe des Nasenloches und des Nasenläppchens, wie lindert sie das Angespannte des Übrigen! Und eben in diesen untern Teilen des Gesichts wohnt eine Ahndung, daß dieser Mann auch Sammlung gelassener Eindrücke fähig sei. In der Ableitung des Muskels zum Munde herab schwebt Geduld, in dem Munde ruht Schweigen, natürliche liebliche Selbstgelassenheit, die feinste Art des Trutzes. Wie ruhig das Kinn ist, und wie kräftig ohne Gierigkeit und Gewaltsamkeit sich so das Ganze schließt!

Betrachte nun den äußern Umriß! Wie gedrängt markig! und wiederholt die Ehernheit der Stirne, die Würksamkeit des Augenknochens, den gefällig festen Raum an der Seite des Auges, die Stärke der Wangen, die Fülle des Mundes, und des Kinns anschließende Kraft.

Julius Cæsar

Julius Caesar

Ich habe geendigt, und schaue wieder, und fange wieder von vornen an!

Mann verschlossener Tat! langsam reifender, aus tausend Eindrücken zusammen auf Einen Punkt gewürkter, auf Einen Punkt gedrängter Tat! In dieser Stirne ist nichts Gedächtnis, nichts Urteil, es ist ewig gegenwärtiges, ewig würkendes, nie ruhendes Leben, Drang und Weben! Welche Fülle in den Wölbungen aller Teile! wie angespannt das Ganze! Dieses Auge faßt den Baum bei der Wurzel.

Über allen Ausdruck ist die reine Selbstigkeit dieses Mannes. Beim ersten Anblicke scheint was verderbendes dir entgegen zu streben. Aber die treuherzige Verschlossenheit der Lippen, die Wangen, das Auge selbst! – Groß ist der Mensch, in einer Welt von Großen. Er hat nicht die hinlässige Verachtung des Tyrannen, er hat die Anstrengung dessen, der Widerstand findet, dessen, der sich im Widerstande bildet; der nicht dem Schicksale, sondern großen Menschen widerstrebt; der unter großen Menschen geworden ist. Nur ein Jahrhundert von Trefflichen konnte den trefflichsten durch Stufen hervorbringen.

Er kann keinen Herrn haben, kann nicht Herr sein. Er hat nie seine Lust an Knechten gehabt. Unter Gesellen mußt' er leben, unter Gleichen und Freien. In einer Welt voll Freiheit edler Geschöpfe würd' er in seiner Fülle sein. Und daß das nun nicht so ist, schlägt im Herzen, drängt zur Stirne, schließt den Mund, bohrt im Blicke! Schaut hier den gordischen Knoten, den der Herr der Welt nicht lösen konnte.

 

Cäsar

Ich bin nicht in der Stimmung von Cäsarn zu reden; und wer kennt nicht Cäsarn ohne mein Stammeln? Nur also die beiden Kupfer.

Das schattierte! Welche verzerrte Reste des ersten unter den Menschen! Schatten von Hoheit, Festigkeit, Leichtigkeit, Unvergleichbarkeit sind übrig geblieben. Aber die gekräuselte, unbestimmte, und fatal zurückgehende Stirne! das verzogene, abgeschlappte untere Augenlid! der schwankende abziehende Mund! – Vom Halse sag' ich nichts – Im Ganzen eine eherne, übertyrannische Selbstigkeit.

Der Umriß! wie wahrhaft groß, rein und gut! Mächtig und gewaltig ohne Trutz. Unbeweglich und unwiderstehlich. Weise, tätig, erhaben über alles, sich fühlend Sohn des Glücks, bedächtig, schnell – Inbegriff aller menschlichen Größe.

 

Drei weibliche Silhouetten WR.

2. Die Silhouette ist zu ernsthaft, und nicht fein genug – zeigt aber doch viel von dem Charakter der Person. »Kränkelnd, hypochondrisch, – um die Lippen herum – tiefsinnig! scharfsinnig« – zeigt's der Übergang von der Stirn zur Nase, der tiefes Aug' vermuten läßt; zeigt's zum Teil die Nase, vornehmlich der Übergang von der Nase zum Munde bis zur Mitte des Kinns – »witzig, spottend« – wird nicht bestimmt von der Silhouette ausgesprochen, aber nicht widersprochen. »Hat viel Geschicke, Geschmack, Urteilskraft.« – Eben so! »ein starkes Gedächtnis!« – vermutlich in der hohen Stirn! »langsam zürnend und lange« – vornehmlich in der Ungebogenheit der Stirne – »Freunden treu« – eben da! – – –

3. Verzeichnet; aber in der Zeichnung noch voll wahrer Expression. »In der Natur eine sehr empfindsame, zärtlich gütige, fein geistreiche Person – Jedes leidende und seufzende Geschöpfe, wie möchte sie's trösten, erquicken, neubeleben! Sie kann über die Fehler und Schwachheiten der Menschen spotten, mit denen sie sich dennoch zu Tode weinen möchte, wenn ihnen ein Übel begegnet. Sie scheint das eitelste Ding zu sein, und ist doch nichts weniger, – Halbkenner würden nicht wissen, ob sie ihrem Kopfe oder Herzen den Vorzug geben sollten? – Ich gebe ihrem Herzen unendlich den Vorzug. Unter tausenden findet man nicht Eine so; von 2. unter anderthalb Dutzend; von 1 – hundert« –

Weibliche Güte drückt der Bogen der Stirne, und das Gemisch von Spott über Fehler und Mitleiden über den unglücklichen fehlenden drücken die Lippen bis zum Unterkinn trefflich aus.

 

Vier männliche Silhouetten, blosse Umrisse in Ovalen. T.

Daß zwischen jedem Paar dieser Silhouetten auffallender Kontrast ist, wird bald bemerkt werden.

1.) Reine Erkenntniskraft ohne hohen Scharf- und Tiefsinn. Viel feine Beurteilung, Geschmack, gefällige Sprache. Demut mit allen verwandten Eigenschaften. Leser! suche dir sie zu entwickeln, spüre sie im Einzelnen auf.

2.) Richtiger, scharfer Verstand, Zutrauen zu sich selbst, ohne genug Kraft, Liebe und Güte, daher leicht in leere Eitelkeit ausartend. Man vergleiche den obern und untern Teil des Kopfes, wie viel jener verspricht, wie wenig dieser hält; wie alles, was oben vordringt, Teil zu nehmen und zu würken scheint, schon in der Nase zu Gleichgültigkeit übergeht, und unten in kalte Selbstigkeit absinkt. Übrigens glückliche Beweglichkeit.

3.) Hat eine allgemeine Gedehntheit der Züge; nichts schiefes, aber auch nichts kräftiges. Eine reine, gute, in sich selbst wohnende Seele.

4.) Festigkeit und kräftige Gewißheit sein selbst bis zum Trutz ohne Eitelkeit. Die Verhältnisse der Dinge zu sich fühlt er richtig; daher unbeweglich in Meinungen. Anteil, Liebe, Güte, nicht im Allgemeinen, aber auch desto treuer, wohin er sich bestimmt hat.

 

Sechs Umrisse
mit verschiedenen punktierten Linien

. . . Und nun noch ein paar Worte von dem Charakter dieser 6 Gesichter.

a.) Der Schattenriß eines reinen Jünglings von offener, glücklich temperierter Natur, geraden Verstandes, ohne Scharfsinn; Unverführbarkeit. Fest gegen allen Druck, aber ununternehmend. Gelassene, kräftige Sinnlichkeit.

b.) Ein Bruder des vorigen, mit einiger Familienähnlichkeit in dem Munde, doch mit weit mehr Trutz und Verschlossenheit. Die Stirn bis zum Übergange zur Nase ist fest bis zum Eigensinn, läßt Fähigkeiten, besonders sinnliche Talente hoffen, ob sie gleich nicht eigentlich bestimmt ist. Die Nase mit dem Munde und Unterkinn bezeichnen auf das treffendste unteilnehmendes, festes Dasein, Verschlossenheit und inneres Würken.

c.) Höchste Weiblichkeit, Eigensinn und Eitelkeit, ohne Züge von Bosheit und Niedrigkeit. Man sieht, ungeachtet der stumpfen Stellung beim Schattenziehen, daß es ihr an Reiz und Annehmlichkeit nicht fehlen möchte. Ich glaube bemerkt zu haben, daß die Stutznasen leichten sinnlichen Eindruck, Sorglosigkeit, und durch verschiedene Grade mit andern Nebenbestimmungen auch Stumpfheit und Dummheit bezeichnen.

d.) Eine ganz glückliche, reine Gestalt, voll Kraft und Güte.

e.) Nicht unverständig, von einer festen Nachgebigkeit und reinen Güte des Charakters.

f.) Gerader, sinnlicher, unvordringlicher Verstand, Bedächtlichkeit, Ordnung und Treue.

 

Vier Umrisse von männlichen Toren

. . . Die zween obern, von wie ganz anderer Art, als die zween untern! Der Einen Torheit zeigt sich in der Vielfaltigkeit; (im eigentlichsten, buchstäblichsten Sinne des Wortes) der andern in faltenloser Flachheit; der einen in Verzogenheit, die sich anspannen will; der andern in ruhiger Trieblosigkeit.

Die obern sind einem aufgerührten Moraste, die untern einem stillstehenden, seichten, mit Schleim überzogenen Teiche ähnlich.

 

Vier Torenköpfe,
drei männliche, ein weiblicher

1) Nicht der Umriß der Stirn, nicht die Nase – aber wiederum der offne große Mund – die ecklose Unterlippe so nah' überm länglichtrunden Kinn hervorragend – und die gefaltete Lockerheit – zeigt entsetzliche Dummheit.

Das ist mein Urteil. Ein äußerst scharfsichtiger Freund urteilt folgendergestalt:

»Die Gestalt dieses wahnwitzigen Menschen ist wie ein Baumblatt, das der Mehltau auch nur auf einem einzigen Punkte traf; von dem Orte aus verzieht sich die Form; nach dem Orte hin verziehen sich die Linien, und so zucken hier nach dem verschobnen Gehirne all' die übrigen Züge.

Gehinderte Würkung also ist sichtlich an diesem Profile.

Ein beschäftigter Mensch; zwar kleinlich und ängstlich beschäftigt, hypochondrisch ausgetrocknet, durch Wollust entschnellkraftet; kurzsichtig von Natur und schwach – Um die Schläfe ist der Sitz seiner Torheit, wo die ohne das ärmlich würkenden Geister verrauchten.«

 

Sechzehn Profilköpfe in Ovalen

. . . Unsere Absicht ist, dem Leser und Forscher so mannichfaltige Köpfe, wie möglich, vorzulegen, und sein physiognomisches Gefühl zu üben. – Jeder mag sich prüfen, ob sein Gefühl mit dem Urteil, das man ihm vorlegen wird, übereinstimme?

1. – Ein sehr kränkelnder, schwindsüchtiger, cholerisch-melancholischer, einfältiger Schuster. – (Im Vorbeigehn zu sagen: Fast keine Art Leute sind so schlecht gebildet, als die Schuster; und fast keine Art Leute, im Durchschnitte genommen, so mißgestaltet, wie diese – Auch ist nicht weniger anmerkungswert, daß unter 80 Schusterkindern in Zürich nicht mehr als 6 oder 7 Knaben sind. – Möchte eine weise menschenfreundliche Akademie – dies in gemeinnützige Beherzigung nehmen! –) Hier sieht man aufs deutlichste, die durch mehr als eine Generation zusammengezogene Würkungskraft, völlig ermangelnd an Leben und Quellgeist. Zuckende Schwäche und hypochondrischer Starrsinn. Die Anlage dieses Menschen ist gut und man hat eine Ahndung, daß in einem andern Geschlecht Nase und Mund lebendiger vorgerückt wären, und er zu einem edlen kräftigen Menschen hätte gezeugt werden können; denn es ist evident verkrüppelte, zusammengeschrumpfte, kraftlose, und doch dürr widerhaltende Menschenkraft.

Man bemerke an diesem Profile das einwärtsgehende > – Größtenteils Charakter der Schwäche.

Sechzehn Profilköpfe in Ovalen

2. – Ist aufgegangen wie Semmel in Milch. Er hat die möglichen Grenzen seines Daseins alle ausgefüllt. In seinem äußern Umriß ist nichts verzogenes, wie in dem ganzen Charakter nichts verschobenes zu sein scheint. Nur gemeine phlegmatische Beschränktheit und Schwäche.

3. – Eitle, kurzsinnige Behaglichkeit ohne Moralität, Ausbildung, oder Güte. Leeres Zutrauen zu sich selbst, stumpfeitle und immer um mangelnde Teilnehmung fragende Gefälligkeit.

4. – Ein äußerst verschobener Mensch, und wie mich dünkt, in der Natur mit diesen Zügen unmöglich. Die kurzsinnige Verschobenheit in den Augenbraunen, die leere Feinheit des Auges, die ziemliche Gradheit der Nase, die Unteilnehmung des Mundes, die fatale Selbstigkeit des ganzen Unterteils, machen ein unerklärliches fatales Ganze.

5. – Ausgetrocknete kränkelnde hypochondrische Verzerrung. Grillenvolle Ruhe, grübelnder Verstand. Im Kleinen arbeitsam . . .

10. – Empfindlich, aber redlich, dienstfertig, reicher Einbildungskraft, gedrängtes Sinnes; in den Augen und der Stirn Mangel an Zurechtlegung der Verhältnisse . . .

14. – Ganz trefflich. Reine, wohlgeordnete Erinnerung. Tiefdenkend! Bemerkt den Bogen des Scheitels und das Stirneck – die Augenbraune – Scharfer, liebevoller, feiner Blick, Richtigkeit, Güte, Festigkeit. Anlage zur tiefen Hypochondrie.

15. – Treffliche Anlage zu Verstand und Festigkeit, nur zu gepackt und untenher zu sehr gerundet, doch noch voll Hoffnung der Ausbildung. Gefällig, gut.

 

Eingang

Der Geschlechtsunterschied des Menschen von den Tieren bezeichnet sich schon lebhaft im Knochenbau. Wie unser Haupt auf Rückenmark und Lebenskraft aufsitzt! Wie die ganze Gestalt als Grundpfeiler des Gewölbes dasteht, in dem sich der Himmel bespiegeln soll! Wie unser Schädel sich wölbet, gleich dem Himmel über uns, damit das reine Bild der ewigen Sphären drinnen kreisen könne! Wie dieser Behälter des Gehirns den größten Teil unsers Kopfes ausmacht! Wie über den Kiefern alle Empfindungen auf- und absteigen und sich auf den Lippen versammeln! Wie das Auge das beredteste von allen Organen, wo nicht Worte, doch bald der freundlichen Liebehingebenheit, bald der grimmigen Anstrengung der Wangen, und aller Abschattungen dazwischen bedarf, um auszudrücken, ach nur um zu stammeln, was die innersten Tiefen der Menschheit durchdringt!

Und wie nun der Tierbau gerade das Gegenteil davon ist. Der Kopf an den Rückgrad nur angehängt! das Gehirn, Ende des Rückenmarks, hat nicht mehr Umfang, als zu Auswürkung der Lebensgeister, und zu Leitung eines ganz gegenwärtig sinnlichen Geschöpfes nötig ist. Denn ob wir ihnen gleich Erinnerung und überlegte Entscheidung nicht absprechen können, so liegt jene doch eher, ich möchte sagen, in primis viis der Sinne, und diese entspringt aus dem Drange des Augenblicks, und dem Übergewichte eines oder des andern Gegenstandes.

Schnauze und Rachen sind die vorzüglichsten Teile eines Kopfs, der meist zum Spüren, Kauen und Schlingen da ist. Die Muskeln sind flach und fest gespannt, mit einer groben rauhen Haut überzogen, alles reineren Ausdruckes unfähig.

Hier nichts weiter davon, denn ich bedenke, daß ich nur von Schädeln zu reden habe.

An ihrem Unterschiede, der den bestimmten Charakter der Tiere bezeichnet, kann man am stärksten sehen, wie die Knochen die Grundfesten der Bildung sind und die Eigenschaften eines Geschöpfes umfassen. Die beweglichen Teile formen sich nach ihnen, eigentlicher zu sagen mit ihnen, und treiben ihr Spiel nur in so weit es die festen vergönnen.

Diese Anmerkung, die hier unleugbar ist, wird bei der Anwendung auf die Verschiedenheit der Menschenschädel großen Widerspruch zu leiden haben.

 

Tierschädel
Aristoteles von der Physignomik

Denn es ist nie ein Tier gewesen, das die Gestalt des einen und die Art des andern gehabt hätte; aber immer seinen eignen Leib und seinen eignen Sinn. So notwendig bestimmt jeder Körper seine Natur. Wie denn auch ein Kenner die Tiere nach ihrer Gestalt beurteilt, der Reuter die Pferde, der Jäger die Hunde. Wenn das wahr ist, wie's denn ewig wahr bleibt; so gibt's eine Physiognomik.

 

I.

Die Zahmheit der Last- und weidenden Tiere bezeichnet sich durch die langen ebenen, seicht gegen einander laufenden, einwärts gebogenen Linien.

Man sehe 1.) das Pferd, 3.) den Esel, 5.) den Hirschen, 6.) das Schwein, 7.) das Kamel.

Geruhige Würde, harmloser Genuß ist der ganze Zweck der Gestalt dieser Häupter.

Die eingebogne Linie vom Augknochen zur Nase bei 1. und 3. bezeichnet Duldung.

An 6. die ab- – leise einwärts gehende, schnell wieder gerad werdende – Starrsinn.

An allen bemerke man den schweren und übermäßig breiten Hinterkiefer, und empfinde, wie die Begierde des Kauens und Wiederkauens da ihren Sitz hat.

4. Der Ochs – Duldung, Widerstand, schwere Beweglichkeit, stumpfer Fraß.

15. Der Widder. Stieres Widerhalten, und stumpfer Stoßtrieb.

 

II.

Die Gestalt der gierigen Tiere ohne Grausamkeit, das Ratzengeschlecht, das ich das Diebsgeschlecht nennen möchte, ist wieder sehr bedeutend. Hier sind nur zwei davon.

16. Der Biber. 19. Die größte Feldmaus. Die leicht aufgebogenen, flachgewölbten Linien, die wenigen Flächen, das Spitze, Feine – bezeichnet Leichtigkeit der Bemerkung des sinnlichen Gegenstandes, schnelles Ergreifen, Begierde und Furchtsamkeit, daher List. Der oft schwache Unterkiefer, die vordern, spitzig gebognen Zähne haben ihre Bestimmung zum Nagen und Kosten; sie sind fähig, das angepackte Leblose sich kräftig schmecken zu lassen; aber nichts Widerstehendes, Lebendiges, gewaltig zu fassen und zu verderben.

 

III.

An dieses Geschlecht grenzt unter den Raubtieren einigermaßen 12.) der Fuchs. Er ist schwach gegen seine folgende Verwandte. Die so flache Abweichung vom Schädel bis zur Nase, der mit dieser Linie fast parallellaufende Unterkiefer gäben der Gestalt was Unkräftiges, wenigstens Gleichgültiges, wenn nicht der etwas vor aufwärts geschweifte Oberkiefer, und die spitzen, abgerißnen Zähne eine geringe Grausamkeit sehen ließen.

An diesem und den folgenden Köpfen haben die Hirschschädel, ob sie gleich in den Modifikationen von einander abgehen, doch das gemein, daß sie größer, stärker, abgesonderter sind, als bei den vorigen Geschlechtern; daß sie einen vorzüglichen Teil des Kopfes ausmachen, Festigkeit und Stärke bezeichnen.

13.) Der Hund hat schon mehr Festes; zwar was Gemeines, Unbedeutendes – (ich spreche unrichtig; alles, auch das Alltäglichste, auch das Mittelmäßigste, ist so bedeutend, als das Ausgezeichneteste – aber die Bedeutung ist nicht so auffallend. – Unbedeutendes also, das heißt – nicht sehr Frappantes –) Das Abgehen des Schädels vom Augenknochen zeigt, möcht' ich sagen, – Bestimmtheit der Sinneskraft. Der Rachen ist mehr zu einer ruhigen, als grausamen oder gierigen Gefräßigkeit gemacht, ob er gleich etwas von beiden hat. Mich dünkt, daß ich, besonders im Augenknochen, und in dessen Verhältnis zur Nase – eine gewisse Treue und Geradheit entdecke. Die geringe Verschiedenheit des

14.) Wolfes ist schon sehr merkwürdig. Der Einbug oben im Scheitel; die Rundung über dem Augknochen; die von da aus zur Schnauze wieder gerad abgehenden Linien deuten schon auf heftigere Bewegungen. Hiezu kömmt bei

10.) Dem Bären noch mehr Breite und mehr Festigkeit und Widerhalt; bei

8.) Dem Tiger besondere Schnelligkeit in der Spitze des Hinter- und Breite des Vorderteils. Man sehe den Gegensatz an den Last- und Weidetieren. Hinten zur Kraft des Nackens der aufliegende Hebel; flachrund der Schädel, Wohnsitz leichter Vorstellung und gieriger Grausamkeit. Die Schnauze breit und voll Kraft; der Rachen gewölbter Vorhof der Höllen, erfassend, klammernd, zermalmend, verschlingend.

Wäre 9.) der Löwe besser gezeichnet; aber schon im Büffon, woraus diese kopiert sind, steht just dieser herrliche Schädel am unbestimmtesten gebildet. –

Wie merkwürdig auch schon so, der länglichstumpfe Hinterkopf!

Die Wölbung, wie edel; der Abgang der anstoßenden Linien, wie sanft! – des Schnauzbeins Niedersteigen, wie schnell, wie kräftig! Der Vorderkopf, wie gepackt! stark! ruhig und gewaltig! wert der spezialsten Vergleichung mit dem Tiger! Wie wenig, wie viel sind beide verschieden!

Nur Ein Wort von 17.) der Katze. Aufmerksame Genäschigkeit.

Unter allen - wie zeichnet sich 2.) der Elephant aus! am meisten Schädel, am meisten Hinterhaupt, und am meisten Stirn – wie wahrer natürlicher Ausdruck von Gedächtnis, Verstand, Klugheit, Kraft, und – Delikatesse –

11.) Die Fischotter – ein ungestalter Kopf – zum Fraße deutlich bestimmt.

16.) Der Biber – hat außer der Struktur des Schädels im Profile in seinem Instinkte nichts diebisches. Der Biber hat mehr überlegenden Verstand, als List. Von allen Schädeln hat keiner einen so sanften, ungebogenen, so uneckigen, so horizontalen Umriß bis zur Nase, wie der Biber.

20.) Das Stachelschwein – hat etwas Biberähnliches im Oberteile des Umrisses, ist aber sehr verschieden in Ansehung der Zähne, besonders im obern Kiefer.

18.) Die Hyäne . . . ist durch das Hinterhaupt von allen sehr merklich verschieden. Dieser Kopf zeigt bei Menschen, wenn er hart und massiv ist, und wenn er nicht die ganze Wölbung des Kopfes ausmacht – Hartsinn und Herzenskraft. – Im Ganzen scheint dies Profil eine eisenmäßige Hartnäckigkeit auszudrücken.

 

(Einzelne Charakteristiken)

(verschiedene Köpfe)

1) Freut sich u will sich freuen es stehe nun vor ihm schwarz oder weiß, weils ihm freuerlich ist und doch immer leer Kindsgestalt.

2.) achtet auf was, das er doch nicht annehmen wird. Er betrachtet um die Gestalten nach seinem Sinn zu modeln, und beharrt so bedächtlich in die Welt hinein.

3) innre Leerheit und Indetermination mit angenehmer Hoffnung und Wunsch daß ein Eindruck möge auf sie gemacht werden. Kann auch einen Reisenden vorstellen der sich in der Welt umsieht u sich nach sehenswürdigen Dingen befragt.

4) halb verklungne Trauer Sehnsucht nach neuen Gefühlen u Rezeptivität und Güte.

5) Seis Kammerherr nun seis Lakei pp dieser Mensch poussiert sich nichts hindert ihn nichts hält ihn auf vom Sekretair zum Hofmarschall Hat angenehme Talente, schneidt Papier aus, zur Not aufm Rücken, pfeift wie eine Nachtigall pp. Fertig, Gewandt. Auch Kartenkünste pp.

6) Bürgerliche Stands Person. Herr Vetter oder Frau Base.

7) parodierter Friedrich Wilhelm der große Kurfürst von Brandenburg.

8) Seine Hausfrau detto.

 


 








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